Schwierige Rückkehr
Schauspieler Kai Malina berichtet von Dreharbeiten zu „Lore“

Münster -

Der Australierin Cate Shortland ist mit ihrem Film „Lore“ ein bewegendes Nachkriegsdrama gelungen, das trotz aller Grausamkeiten poetisch bleibt. Shortland wagt sich dabei an eine kaum erzählte Perspektive: Die Wahrnehmung von Kindern, die umgeben vom Wahn von Rasse und Herrenmenschentum aufgewachsen sind und im Zusammenbruch die Welt nicht mehr verstehen können. Im Schlosstheater feierte der Film jetzt seine Münster-Premiere, an der auch Hauptdarsteller Kai Malina teilnahm.

Dienstag, 06.11.2012, 09:11 Uhr

Schwierige Rückkehr : Schauspieler Kai Malina berichtet von Dreharbeiten zu „Lore“
Bei der Münster-Premiere des Films „Lore“ im Foto: cro

Im Mittelpunkt des Films steht die 15-jährige Lore (gespielt von Saskia Rosendahl ), Tochter ranghoher Nazis. Doch dann ist der Krieg verloren, die Eltern von den Alliierten gefangen genommen, und Lore muss sich mit den Geschwistern vom Schwarzwald bis nach Norddeutschland zu den Großeltern durchschlagen. Dabei verliert sie noch immer nicht den Glauben an die menschenverachtende Ideologie der Nazis, auch nicht, als Thomas alias Kai Malina zu der Gruppe stößt und sich als Jude zu erkennen gibt.

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Erst später nagen die ersten Zweifel an der jungen Frau. Der Film beruht auf dem Buch „Die dunkle Kammer“, das auf einer wahren Begebenheit fußt. Beim Publikumsgespräch nach der Vorführung wird klar, dass der Film die Gemüter bewegt hat: Viele Fragen prasseln auf den Schauspieler ein. „Wurde der Film aus Interesse gedreht?“ oder „Warum überhaupt so ein Film?“ Malina erklärt: „Das Thema verfolgt uns seit 50 Jahren, auch wenn unsere Generation eigentlich gar nichts mehr dafür kann.“

Aber dennoch finde er es wichtig, solche Filme zu zeigen, weil der Nationalsozialismus zur Vergangenheit von Deutschland gehöre. „Aber es ist auch für einen Schauspieler nicht einfach, nach den Dreharbeiten wieder in das normale Leben zu finden – daher muss man Beruf und Familie deutlich trennen.“

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