Anschlag auf Provinzial-Chef
Mit der Tatwaffe in der Brust ins Krankenhaus eingeliefert

Münster -

Insgesamt sechs Mal hat ein unbekannter Mann gestern gegen 9 Uhr brutal mit einem Schraubenzieher auf den Vorstandsvorsitzenden der Provinzial Nordwest Holding eingestochen. Die Tatwaffe, ein sogenannter Phasenprüfer, steckte noch in der Brust des Provinzial-Chefs, als dieser von seinem Fahrer ins Krankenhaus eingeliefert wurde.

Donnerstag, 06.12.2012, 07:12 Uhr

Anschlag auf Provinzial-Chef : Mit der Tatwaffe in der Brust ins Krankenhaus eingeliefert
Opfer eines Angriffs: Ulrich Rüther führt seit 2009 die Provinzial. Foto: Jürgen Peperhowe, Montage: gap

Ulrich Rüther , der sich ab 10 Uhr auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung erstmals zu den Verkaufsüberlegungen der Eigentümer äußern wollte, erlitt bei dem Angriff unter anderem Verletzungen im Brustbereich, konnte aber am Nachmittag wieder nach Hause entlassen werden. Der Angriff ereignete sich nach Angaben von Oberstaatsanwalt Heribert Beck , als Rüther sich auf dem Weg von der Tiefgarage ins Büro befand. In einem Durchgang stach der Täter, ein zirka 30-jähriger, 1,80 Meter großer Mann, mehrmals zu und flüchtete anschließend unerkannt.

Die Nachricht vom Anschlag auf den Vorstandsvorsitzenden löste auf den in Münster , Kiel und Hamburg zeitgleich angesetzten Betriebsversammlungen große Betroffenheit unter den Mitarbeitern aus. „Das hat uns heute Morgen alle umgeworfen“, erklärte am Mittag in Münster der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Albert Roer. Und: „Wir brauchen ihn in seiner Funktion mehr denn je.“

Angriff auf Provinzial-Vorstand

Rüther gilt im Haus als ein Kritiker des von den Eigentümern diskutierten Verkaufs der Provinzial Nordwest an die Allianz. Im Laufe des Nachmittags teilte die Provinzial mit, dass Ulrich Rüther auf dem Weg der Besserung sei und in den nächsten Tagen wieder seiner Arbeit nachgehen werde. Man habe bereits mehrmals mit ihm telefonieren können.

An den Betriebsversammlungen nahmen mehrere Tausend Mitarbeiter teil. Sie fürchten bei einem Verkauf an die Allianz um ihren Arbeitsplatz. In Kiel gingen nach der Versammlung fast tausend Mitarbeiter auf die Straße und zogen durch die Innenstadt. Gewerkschaftsvertreter verurteilten die Verkaufspläne für das „kerngesunde Unternehmen“.

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