Das Erbe ist in guten Händen
Erbdrostenhof: 250 000 Euro für Fassaden-Sanierung

Münster -

Die Deutschen Stiftung Denkmalschutz bezuschusst die Fassadensanierung des Erbdrostenhofes mit 250 000 Euro. Das ist etwa die Hälfte der Kosten. Landesdirektor Kirsch ist begeistert.

Dienstag, 18.12.2012, 20:12 Uhr

Ein Fördervertrag über 250 000 Euro gehört zu den Weihnachtsgeschenken, die Landesdirektor Dr. Wolfgang Kirsch gerne entgegennimmt. Sigrid Karliczek von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz überbrachte den Vertrag – ein Zuschuss für die Sanierung der Fassade des Erbdrostenhofs.
Ein Fördervertrag über 250 000 Euro gehört zu den Weihnachtsgeschenken, die Landesdirektor Dr. Wolfgang Kirsch gerne entgegennimmt. Sigrid Karliczek von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz überbrachte den Vertrag – ein Zuschuss für die Sanierung der Fassade des Erbdrostenhofs. Foto: spe

Wer dem Erbdrostenhof etwas Gutes tun will, muss selbstlos sein. RTL wollte mal den Festsaal für eine Casting-Show mieten – „das habe ich abgelehnt, obwohl die gut gezahlt hätten“, sagt Dr. Wolfgang Kirsch . Doch nun liegt dem Landesdirektor ein Angebot vor, das er nicht ablehnen kann: Die Deutschen Stiftung Denkmalschutz gibt ihm einen Fördervertrag für den Erbdrostenhof. Die soeben abgeschlossene Fassadensanierung wird mit 250 000 Euro bezuschusst. Das ist etwa die Hälfte der Kosten.

Sigrid Karliczek , die für Münster zuständige Kuratorin der Stiftung, übergab den Vertrag am Mittwoch auf dem Ehrenhof an der Salzstraße. Sie sei nur die Überbringerin, der „Weihnachtsengel“, wie sie selbst sagt – denn das Geld stammt aus einer Erbschaft. Ein kürzlich verstorbener Arzt hat einen Teil seines Vermögens der Stiftung vermacht – mit der Auflage, es für Denkmalschutzvorhaben im Münsterland zu verwenden. Der Erbdrostenhof erhält den größten Batzen. „Der Spender wusste um die therapeutische Wirkung unserer gebauten Umwelt“, sagt Sigrid Karliczek.

Die Erbschaft war ein Glücksfall: Denn das letzte von der Stiftung Denkmalschutz in Münster geförderte Projekt – der Innenraum der Lambertikirche – musste 2006 mit deutlich weniger Geld auskommen: „So große Beträge gibt es selten“, betont Karliczek. Und Wolfgang Kirsch gibt zu verstehen, dass er das Beispiel für überaus nachahmenswert hält. Denn ohne das Engagement der Bürger drohen Denkmäler in Zeiten knapper Kassen zu verfallen.

Gerade dem Erbdrostenhof stehe noch einiges bevor. Die Fassade der Rückseite beispielsweise müsse bald gemacht werden. Außerdem habe man dank des riesigen Baugerüsts einen genauen Blick auf das Dach werfen können: „Das ist als Nächstes dran“, betont der Landesdirektor, „da ist keine Dachpfanne mehr intakt.“

Wie sich in mageren Zeiten solche Projekte rechtfertigen lassen? „Der Erbdrostenhof ist ein einmaliges Denkmal, das für kommende Generationen erhalten werden muss“, sagt Dr. Kirsch. „Deshalb haben wir auch den Pachtvertrag bis 2057 verlängert.“ Sigrid Karliczek betont, wie wichtig die öffentliche Nutzung des Prachtbaus etwa für Konzerte sei: „Nur ein Denkmal, das genutzt wird, überlebt auch.“

»Nur ein Denkmal, das genutzt wird, überlebt auch.«

Sigrid Karliczek
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1354560?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F597155%2F1753892%2F
1100 vertrauliche Mails mitgelesen
Das Auslesen des Passwortes machte es möglich, sich Zugriff auf das Mailkonto des Greveners zu verschaffen. Der Täter soll pikanterweise ein Familienmitglied sein.
Nachrichten-Ticker