Die weiße Weste leuchtet knallgelb
Polizei kontrolliert Radfahrer: Nüchtern und weithin sichtbar?

Münster -

Die Radfahrer sind sprachlos. Erst werden sie von der Polizei angehalten – obwohl Licht und Reflektoren tadellos in Ordnung sind und sie selbst keinen Tropfen Alkohol getrunken haben. Und dann bekommen sie auch noch etwas geschenkt: Ein Päckchen mit gelber Warnweste. „Finde ich ja klasse, dass man auch mal was von der Polizei bekommt und nicht immer nur ausgeschimpft wird“, meint ein Radler.

Montag, 10.12.2012, 07:12 Uhr

Die weiße Weste leuchtet knallgelb : Polizei kontrolliert Radfahrer: Nüchtern und weithin sichtbar?
Wenn es drauf ankommt, hilft die Polizei sogar bei der Anprobe: 1000 knallgelbe Warnwesten wurden am Wochenende verteilt. Foto: cro

Die Beamten sind in dieser eiskalten Nacht vor allem auf der Suche nach Alkoholsündern am Lenkrad. Die Sache mit den gelben Warnwesten ist nur als nettes Extra gedacht. Doch die Aktion spricht sich rum. Passanten sprechen die Beamten an und fragen höflich nach der Sicherheitskleidung – und das nachts um halb zwölf. „Die Warnwesten sind begehrt“, meint Polizeioberrat Heinz-Albert Stumpen, der Einsatzleiter.

Dabei haben die Schwerpunktkontrollen von 18 bis 6 Uhr früh einen ganz ernsten Hintergrund: „Es ist gerade in der dunklen Zeit immer wieder ein Problem: Alkohol und Fahrrad.“ Immer noch sei der Gedanke weit verbreitet, dass man nach einer feuchtfröhlichen Weihnachtsfeier auf dem Fahrrad ganz gut aufgehoben sei.

Die Polizei ist anderer Meinung. Zwar sei die Promillegrenze für Radfahrer nicht ganz so eng wie für Autofahrer, doch sei diese mehrere Jahrzehnte alte Regelung längst überholt, meint Stunpen. Gerade in der Fahrradstadt Münster wolle man deshalb ein Zeichen setzen.

Die Bilanz am Ende der kalten Nacht: Wegen zu hoher Promillewerte müssen sieben Radler und ein Autofahrer zur Probe. 57 Radfahrer werden wegen Fahrens ohne Licht und anderen Verstößen zur Kasse gebeten, ebenso 45 Autofahrer wegen zu hoher Geschwindigkeit. Den Rekord hält ein Autofahrer mit 117 Stundenkilometern in einer 70er-Zone. Die Folgen sind 200 Euro Bußgeld, vier Punkte in Flensburg sowie ein Monat Fahrverbot.

Doch dem wachsamen Auge des Gesetzes entgeht auch eine erfreuliche Entwicklung nicht: „98 Prozent der Radfahrer hatten ihr Licht eingeschaltet“, betont der Einsatzleiter zufrieden. Und die 1000 Warnwesten, die von der Polizei und der Stadt gemeinsam angeschafft wurden, sind am Morgen fast vergriffen.

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