Neues Gewerkschaftshaus
Aufbruchstimmung beim DGB

Münster -

Steigende Mitgliederzahlen in der IG Metall, kämpferische Funktionäre. Aufbruchstimmung beim DGB herrschte bei der Eröffnung des Gewerkschaftshauses im Technologiepark, unter dem nun alle Einzelgewerkschaften vereint sind. Eine Anlaufstelle für 115 000 Mitglieder in der Region.

Freitag, 14.12.2012, 15:12 Uhr

Neues Gewerkschaftshaus : Aufbruchstimmung beim DGB
Anstoßen auf das neue Gewerkschaftshaus (v.l.): Heinz Rittermeier, Igemet-Geschäftsführer Peter Zienow, die Architekten Ulrich Kiefer und Isabelle Müller, Bertin Eichler (Finanzvorstand IG Metall), Oberbürgermeister Markus Lewe und Igemet-Geschäftsführer Franz Julius Partes. Foto: hö

Die Zeit der langen Wege ist endlich vorbei. Die DGB-Gewerkschaften sitzen jetzt unter einem Dach und sind zentrale Anlaufstelle für alle Mitglieder in Münster und dem Münsterland. Fünf Millionen Euro hat die Igemet, die Treuhandgesellschaft der IG Metall , in den Neubau mit rund 2000 Quadratmetern Bürofläche investiert – „mit toller Infrastruktur und einer Anbindung an das wissenschaftliche Potenzial im Technologiepark“, wie der Finanzvorstand der IG Metall, Bertin Eichler , gestern bei der feierlichen Eröffnung des Gewerkschaftshauses am Johann-Krane-Weg betonte.

Das funktionale, energieeffiziente Gebäude mit 50 Parkplätzen sei eine Visitenkarte für die Gewerkschaften, so Eichler. Übrigens eines von fünf Neubauprojekten deutschlandweit. Diese Aufbruchstimmung begründete Eichler auch damit, dass die IG Metall im zweiten Jahr in Folge ein Mitgliederplus verzeichne – und hier auch bei Leiharbeitern, denen die Gewerkschaft „erhebliche Lohnzuwächse verschafft“ habe.

Als mutigen und richtigen Schritt bezeichnete Oberbürgermeister Markus Lewe den Gewerkschaftsneubau: „Unsere Gesellschaft braucht starke, vernetzte Gewerkschaften.“ Eine durch Dienstleistungsbetriebe und Behörden geprägte Region brauche eine heterogene Struktur mit „einer starken Industrie“.

Er plädierte dafür, die europaweite Vernetzung voranzutreiben und beispielsweise intensiver auf Euregio-Ebene zusammenzuarbeiten. Und noch ein großes Lob: Die derzeitige Prosperität der Region sei auch Ergebnis einer sehr verantwortungsvollen Politik der Gewerkschaften in den letzten Jahren. Es gehe aber nicht nur um Tarifverträge, sondern auch um die Struktur von Arbeitsplätzen.

Der Vorsitzende des DGB-Bezirks NRW, Andreas Meyer-Lauber, machte am Beispiel der Provinzial deutlich, dass „der Weg der Privatisierung nicht immer der beste ist“. Eine große Herausforderung sieht er darin, „dass ein Fünftel aller Beschäftigten in prekären Beschäftigungsverhältnissen arbeitet – befristet, unterbezahlt oder ohne Interessenvertretung im Betrieb“.

Das Gewerkschaftshaus mit seinen Beratungs- und Schulungsräumen soll Anlaufstelle für jeden sein, der Probleme mit seinem Beschäftigungsverhältnis hat. Die Einzelgewerkschaften mit ihren rund 115 000 Mitgliedern in der Region sind Mieter der Immobilie.

Mit dem DGB als Dachverband sind auch die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), die Industriegewerkschaft Metall (IGM), die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) eingezogen. Weitere Mieter sind die DGB-Rechtsschutz GmbH und eine Rechtsanwaltskanzlei.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1345803?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F597155%2F1753892%2F
Wenn‘s im Nachbargarten krabbelt
Wenn sich die Eichenprozessionsspinner in Nachbars Garten angesiedelt haben, muss das hingenommen werden – der Nachbar ist schließlich nicht Schuld daran, dass die Tiere seinen Baum befallen.
Nachrichten-Ticker