Provinzial: Der Protest geht weiter
Demonstration am Rande der Sparkassen-Benefiz-Gala

Münster -

Rund 500 Mitarbeiter der Provinzial haben am Montagabend am Rande der Benefizgala der Sparkasse im Stadttheater lautstark gegen einen Verkauf des Unternehmens demonstriert. Auch wenn der Deal mit der Allianz vorerst geplatzt ist, sei es für eine Entwarnung zu früh, hieß es.

Montag, 10.12.2012, 20:12 Uhr

Provinzial: Der Protest geht weiter : Demonstration am Rande der Sparkassen-Benefiz-Gala
Am Rande der Benefizgala der Sparkasse im Theater demonstrierten am Abend Hunderte Provinzial-Mitarbeiter. Foto: Ahlke

Eine Entwarnung käme zu früh. Die Provinzial-Mitarbeiter kämpfen weiter gegen einen Verkauf an einen privaten Investor – auch wenn der Milliarden-Deal mit der Allianz nach dem Düsseldorfer Gipfel gestern vorerst geplatzt ist. 500 Beschäftigte demonstrierten am Abend mit Trillerpfeifen für ihre Provinzial vor dem Stadttheater. Dort hatte die Sparkasse Münsterland Ost zum Benefizabend eingeladen. „Eine öffentliche Versicherung ist nicht die Speisekarte der großen Privaten“, rief Gesamtbetriebsrat Albert Roer im Schatten der Volksbank dazu auf, sich nicht zurückzulehnen. Alle Schlupflöcher für private Investoren seien zu schließen. Die Führungscrew der Sparkasse war ohne ein Wort ins Theater verschwunden.

Am Mittag hatte sich Vorstandsvorsitzender Markus Schabel deutlich gegen einen Verkauf der Provinzial an einen externen Kaufinteressenten ausgesprochen. „Es gibt bessere Möglichkeiten, die Gruppe der öffentlichen Versicherer zukunftsfähig auszurichten“, sagte er. Am Vormittag waren sich die Sparkassen-Verbände in Düsseldorf einig, bis März 2013 eine Fusion der Provinzial Nordwest und der Provinzial Rheinland voranzutreiben, was das Aus für die Allianz bedeutet. Wenn der Verwaltungsrat des Sparkassenverbandes am Donnerstag vor dem vierten Advent über Verkaufsgespräche entscheidet, wird die Sparkasse Münsterland Ost nicht zustimmen, sagte Schabel. Knapp 4000 Provinzial-Beschäftigten in Westfalen fällt damit ein großer Stein vom Herzen. Roer sprach von einem „ersten Schritt in die richtige Richtung“.

Oberbürgermeister Markus Lewe hatte am Freitag in einem Schreiben an den Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon, betont, dass durch Kooperationen und gegebenenfalls Fusionen zwischen den öffentlichen Versicherern erhebliche Synergien zu heben seien, ohne grundlegende Strukturen in der Sparkassen-Gruppe aufzugeben. „Hier geht es um ein erfolgreiches Unternehmen, das eine große Bedeutung für die Region hat“, betonte er.

Gesamtbetriebsratsvorsitzender Albert Roer rechnet mit 100 000 Unterschriften, die noch in der Region gesammelt und an den Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, Wolfgang Kirsch, am Freitag übergeben werden. Dann tagt im Landeshaus der Landschaftsausschuss, der sich in nichtöffentlicher Sitzung mit der Provinzial beschäftigen wird. CDU und SPD signalisieren, dass sie gegen einen Verkauf sind.

Tausende Mitarbeiter werden am Freitagmorgen von der Provinzial-Zentrale in Kinderhaus über 4,5 Kilometer zum Landeshaus marschieren, wo sie gegen 13 Uhr eintreffen wollen. Die bis zu 15 000 Menschen werden große Verkehrsbehinderungen rund um den Freiherr-vom-Stein-Platz verursachen. „Wir halten diesen Protest nach wie vor für notwendig. Wir wollen eine klare Positionierung der Gremien – gegen einen Verkauf an einen privaten Investor“, so Roer. 

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