Regionale Wirtschaft
IHK-Präsident Hüffer setzt auf Kooperation mit Handwerkskammer

Münster - Um der nord-westfälischen Wirtschaft mehr Gehör zu verschaffen, setzt der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen, Dr. Benedikt Hüffer, auf eine intensive Kooperation mit der Handwerkskammer Münster. „Unsere Zusammenarbeit ist dringend notwendig, um Gehör zu finden und als Stimme der Wirtschaft wahrgenommen zu werden“, betonte Hüffer gestern als Gastredner in der Vollversammlung der Handwerkskammer.

Mittwoch, 05.12.2012, 12:12 Uhr

Regionale Wirtschaft : IHK-Präsident Hüffer setzt auf Kooperation mit Handwerkskammer
IHK-Präsident Dr. Benedikt Hüffer (l.) hielt bei der Vollversammlung der Handwerkskammer eine Gastrede. Zur Freude von Handwerkskammer-Präsident Hans Rath. Foto: Oliver Werner

Nötig sei eine gemeinsame Stimme auch deshalb, weil zurzeit zu häufig „mein Wohl“ vor „Gemeinwohl“ komme, so der IHK-Präsident. „Lassen Sie uns Nord-Westfalen zusammen fit für die Zukunft machen“, appellierte Hüffer an die Vollversammlung der Handwerkskammer . Deren Präsident Hans Rath hatte zuvor von den Politikern im Bund, im Land NRW und in den Kommunen verlangt, den Rekord an Steuereinnahmen endlich dafür zu nutzen, den Schuldenberg abzubauen. „Geschenke aus Steuereinnahmen haben eine falsche Signalwirkung“, sagte Rath.

Der IHK-Präsident hob drei wichtige Herausforderungen hervor, die IHK und Handwerkskammer gemeinsam angehen sollten: Mit Blick auf den drohenden Fachkräftemangel wandte sich Hüffer gegen eine Über-Akademisierung. Ohne beruflich qualifizierte Fachkräfte werde es unmöglich sein, in Zukunft zu bestehen. Als weitere Herausforderung nannte Hüffer den Mangel an Gewerbeflächen. NRW-Umweltminister Johannes Remmel habe das Ziel formuliert, dass für neue Gewerbegebiete generell keine Freiflächen mehr in Anspruch genommen werden sollen. „Damit spielt Remmel Wirtschaft und Landwirtschaft gegeneinander aus.“ Um diese Entwicklung zu stoppen, strebt Hüffer mit der Handwerks- und der Landwirtschaftskammer „eine Allianz für die Fläche“ an.

Als dritte Gemeinschaftsaufgabe der Kammern sieht der IHK-Präsident den Kampf gegen die strukturelle Benachteiligung Westfalens gegenüber dem Rheinland. Das Hauptaugenmerk der rot-grünen Landesregierung in Düsseldorf liege auf dem Rheinland. Hüffer: „Gleichzeitig wird Westfalen sträflich vernachlässigt.“ Das müsse sich ändern. „Wir Westfalen müssen mit einer Stimme sprechen“, regte Hüffer an. Nur so könne Westfalen den Herausforderungen auf Augenhöhe mit anderen Teilen von NRW begegnen. Deutlich würden die Benachteiligung vor allem bei der Zusammenlegung von Behörden. „Da verlagert man dann gerne aus Münster den Sitz und zieht nach Köln“, empörte sich der IHK-Präsident.

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