Transplantationen
Chance auf ein Weiterleben stärken - über Organspende aufklären

Münster -

Das Thema Organspende und Transplantation soll weiter in den Blickpunkt der Bürger gerückt werden, um die Spendenbereitschaft zu stärken.

Mittwoch, 19.12.2012, 12:11 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 19.12.2012, 02:09 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 19.12.2012, 12:11 Uhr
Transplantationen : Chance auf ein Weiterleben stärken - über Organspende aufklären
Organspender dringend gesucht: Transplantationsbeauftragte der münsterischen Krankenhäuser wollen auf diesem Sektor noch enger zusammenarbeiten. Foto: Oliver Werner

Die 13 ist oft als Unglückszahl verschrien. Doch sind es genau 13 Frauen und Männer, die in Münster in diesem Jahr nach ihrem Tod Organe gespendet haben – und damit todkranken Menschen auf der Warteliste die Chance auf ein Weiterleben schenken. Im Jahr zuvor waren es sieben Spender – und die Steigerung in dieser Stadt „ist eine Entwicklung gegen den Trend“. Denn der sei nach wie vor rückläufig, sagen Transplantationsmediziner. Eines ihrer Ziele ist es, daran mitzuarbeiten, dass sich das landesweit ändert. Wie das erfolgreich umgesetzt werden kann, das war ein Thema gestern Nachmittag bei einem Treffen aller Transplantationsbeauftragten der münsterischen Krankenhäuser und Kliniken.

Mit dem neuen Organspendegesetz muss ab sofort jedes Krankenhaus mit Intensivstation einen solchen Beauftragten benennen. Dessen Aufgaben sind vielfältig, wie zum Beispiel Prof. Dr. Hartmut Schmidt und Prof. Dr. Barbara Suwelack (beide UKM) erläutern. Hausinterne Abläufe, Qualitätssicherung, aber auch Schulung und Fortbildung der Mitarbeiter der Kliniken zählen zu ihrem Spektrum. Mindestens ebenso wichtig: Die Betreuung der Angehörigen, die einen Menschen verloren haben, die Gespräche mit ihnen, ob eine Organspende in Frage kommt.

Auch dies ist eine Aufgabe, die das Gesetz ihnen überträgt – es bedeutet, bei jedem auf der Intensivstation verstorbenen Patienten nach Feststellung des Hirntodes die Bereitschaft einer Spende mit den Angehörigen zu besprechen. Um gerade in der ersten Trauer Menschen nicht zu überfahren und zu überfordern sei es wichtig, dass Information und Aufklärung über dieses Thema nicht erst in dem Moment beginne. „Eine gesellschaftlich wichtige Aufgabe“ sei dies jeden Tag – ein Grund, weshalb Dorothee Lamann als Organspendebeauftragte immer wieder zu Verbänden, Vereinen und Gruppen geht, um über dieses Thema zu informieren, aufzuklären, bei Schulungen dabei zu sein und das Bewusstsein für die Organspende zu stärken.

Etwas, was Dieter Kemmerling gern noch „etwas fordernder und aggressiver“ vorantreiben möchte. Der Begründer des Projektes „No panic for organic“ möchte die Organspende nicht nur als „gute Tat“ würdigen, sondern deutlich machen, dass bei aller Hochleistungsmedizin „hier ein Mensch auf den anderen angewiesen ist“.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1354544?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F597155%2F1753892%2F
Nachrichten-Ticker