Verdi sieht 6000 Arbeitsplätze in Gefahr
Allianz erhöht Übernahmeangebot für Provinzial

Münster. Die  Allianz will ihr Übernahmeangebot für den Sparkassen-Versicherer Provinzial  Nordwest aufstocken. Nach Informationen der „Financial Times Deutschland“ von Montag soll der Konzern nun bereit sein, deutlich mehr als den zunächst gebotenen Buchwert von 2,25 Milliarden Euro zu zahlen. Damit wolle Allianz-Chef Michael Diekmann, der die Verhandlungen persönlich führt, den "Widerstand" des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) gegen den Verkauf brechen.

Montag, 03.12.2012, 15:12 Uhr

& nbsp ;Die Allianz wollte den Bericht am Montag nicht kommentieren. Das Interesse der Allianz an dem zum Sparkassenlager gehörenden Regionalversicherer war am Freitag bekanntgeworden.Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft  kritisiert die Verkaufsplanungen der Provinzial am Montag scharf und kündigt massiven Widerstand an. Drahtzieher bei den Verkaufsplanungen sei der Präsident des Sparkassenverbands Westfalen-Lippe, Rolf Gerlach.

Die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer seien "über die Pläne entsetzt und werden ihren Protest deutlich machen". Laut Verdi finden an allen Standorten am Mittwoch (5. Dezember) außerordentliche Betriebsversammlungen statt.
Nach Einschätzung der Gewerkschaft  wären nach einem Verkauf der Provinzial NordWest Holding AG an die Allianz rund 6000 Arbeitsplätze im Konzern in Gefahr, davon mehr als 4000 im Münsterland.  Und: „Durch eine solche Entscheidung würde der gesamte Sparkassen-Finanzverbund in Frage gestellt“, kritisiert Verdi-Bundesvorstandsmitglied Beate Mensch. Die Pläne seien daher "verantwortungslos und nicht hinnehmbar".

Verdi werde sich mit den Betriebsräten und den Beschäftigten gegen ein solches Vorgehen massiv zur Wehr setzen. Am Dienstag tagt turnusmäßig der Aufsichtsrat der Provinzial Nordwest. Verdi erwartet gemeinsam mit den Betriebsräten im Konzern, dass sich der Aufsichtsrat wie auch der Vorstand in seiner Sitzung deutlich gegen den Verkauf ausspricht. Um der Forderung weiterhin Nachdruck zu verleihen, werden die Beschäftigten am Mittwoch zu außerordentlichen Betriebsversammlungen in den jeweiligen Häusern in Münster , Kiel und Hamburg zusammen kommen 

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