Verleihung des hoch dotierten Leibnizpreises
Zwei WWU-Forscher bekommen höchsten deutschen Forschungspreis

Münster -

Ob Professor Frank Glorius gestern überhaupt die frohe Botschaft erreichte, die seine Mitarbeiter und viele andere an der Universität Münster in Jubel versetzte, konnte bis Redaktionsschluss nicht mehr ermittelt werden. Der Chemiker ohne Handy war dienstlich unterwegs. An seinem Institut herrschte am Nachmittag kurz nach der Bekanntgabe aber große Freude und Überraschung über die Auszeichnung von Glorius mit dem Leibniz-Preis, der als höchster deutscher Wissenschaftspreis gilt.

Donnerstag, 06.12.2012, 20:12 Uhr

Verleihung des hoch dotierten Leibnizpreises  : Zwei WWU-Forscher bekommen höchsten deutschen Forschungspreis
Prof. Dr. Frank Glorius vom Institut der organischen Chemie ist einer der Leibniz-Preisträger. Foto: Peter Grewer

Riesenüberraschung zeitgleich bei Prof. Dr. Thomas Bauer , der an einer Tagung in Bonn teilnimmt. Auch der Arabist der Universität Münster erhält den LeibnizPreis . Er hatte mit der Auszeichnung gar nicht gerechnet, verriet er Gratulanten. Denn erst im vergangenen Jahr hatte eine Kollegin aus Marburg den Preis erhalten. Elf deutsche Wissenschaftler bekommen den Leibniz-Preis 2013, gleich zwei von ihnen arbeiten an der Universität Münster. Thomas Bauer und Frank Glorius erhalten von der Deutschen Forschungsgemeinschaft nun jeweils 2,5 Millionen Euro, die sie nach eigenem Ermessen für ihre Forschung ausgeben können.

Rektorin Ursula Nelles freute sich über den „großartigen Erfolg“ der beiden Wissenschaftler. Für den erst 40 Jahre alten Frank Glorius ist der Leibniz-Preis nicht die erste wichtige und hoch dotierte Auszeichnung. Er gewann mit seiner Erforschung von Katalyse-Methoden zur Herstellung organischer Verbindungen bereits zwei weitere prestigeträchtige Preise. Organische Moleküle spielen in der Pharma- und Lebensmittelherstellung eine große Rolle. Experten sehen die Katalyse als eine Schlüsseltechnologie an.

Prof. Thomas Bauer (51) ist Mitglied des Exzellenzclusters Religion und Politik und erforscht die Kultur- und Mentalitätsgeschichte der islamisch-arabischen Welt sowie klassische arabische Literatur. In seinem Buch „Eine andere Geschichte des Islam“ kommt er zu dem Schluss, dass der Islam über Jahrhunderte wesentlich toleranter gegenüber unterschiedlichen Werten war, als Menschen in westlichen Ländern allgemein vermuten. An der Universität Münster lehren und forschen derzeit zehn LeibnizPreisträger, allein vier von ihnen sind Mathematiker.

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Der Arabist Prof. Dr. Thomas Bauer.

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