Zukunft der Provinzial Nordwest
Mitarbeiter überreichen Gerlach und Kirsch endlich ihre Unterschriften

Münster -

Die Provinzial-Beschäftigten haben es gestern geschafft, die gesammelten 190 000 Unterschriften gegen einen Verkauf des Versicherungsunternehmens an einen privaten Investor zu übergeben. LWL-Direktor Wolfgang Kirsch und Sparkassen-Präsident Rolf Gerlach nahmen die Listen als Eigentümervertreter vor einer Aufsichtsratssitzung der Provinzial Nordwest entgegen, nachdem beide sie tagelang nicht haben wollten.

Samstag, 22.12.2012, 11:12 Uhr

Zukunft der Provinzial Nordwest : Mitarbeiter überreichen Gerlach und Kirsch endlich ihre Unterschriften
Die Unterschriften sind übergeben: Sparkassenpräsident Dr. Rolf Gerlach, LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch und Betriebsratsvorsitzender Albert Roer. Foto: Jürgen Peperhowe

Der von den Mitarbeitern für den geplanten Milliardendeal mit der Allianz verantwortlich gemachte Gerlach äußerte sich dabei erstmals öffentlich. Er suchte zwar nicht den direkten Dialog mit den Beschäftigten, sprach aber vor ihnen in die Kameras. „Wir stehen zu dem Unternehmen. Ich bin tief beeindruckt über diesen Ausdruck der Verwurzelung“, kommentierte er die hohe Anzahl der Unterschriften. Aufgabe sei es, die Provinzial zukunftsfest zu halten, unterstrich Gerlach.

Provinzial-Mitarbeiter übergeben 190000 Unterschriften

Kirsch hatte zuvor das Marktgeschehen in der Versicherungsbranche skizziert. Die Provinzial Nordwest sei auf die Region begrenzt. „Die Vorteile von früher sind heute nicht mehr gegeben“, so Kirsch. Für die öffentlich-rechtlichen Versicherer gehe es nicht weiter wie bisher. Mit einer Fusion der Provinzial Nordwest und der Provinzial Rheinland könne sich das Unternehmen neu aufstellen. „Ziel ist es, die Arbeitsplätze langfristig zu sichern“, versprach Kirsch.

Gerlach verdeutlichte, dass sich die den Sparkassen empfohlene Abschreibung in Höhe von 15 Prozent auf das Stammkapital am Verband und damit auf die Unternehmensbeteiligungen nicht auf das Geschäftsergebnis der Provinzial Nordwest beziehe. Die Wirtschaftsprüfer hätten aber aufgrund neuer Marktbedingungen die Anpassung mehrerer Parameter empfohlen.

Der Aufsichtsrat stimmte in der fünfstündigen Sitzung mehrheitlich dafür, dass die Provinzial Nordwest im Verbund der öffentlichen Finanzdienstleister bleiben soll. Das Gremium würde es zudem begrüßen, wenn sich der Sparkassenverband zur Provinzial Holding bekennt. Zum krankgeschriebenen Vorstandschef Ulrich Rüther gab es keinen Beschluss.

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