Am Valentinstag ist endgültig Schluss
Gaststätte „Zur Sportbahn“ muss schließen

Münster -

Ausgerechnet am Valentinstag muss der Zapfhahn abgedreht werden, dann ist es endgültig aus. Die Traditionsgaststätte „Zur Sportbahn“ in der Emsstraße schließt – für immer. Für den 14. Februar ist die offizielle Versteigerung des gesamten Mobiliares angesetzt.

Dienstag, 29.01.2013, 19:06 Uhr aktualisiert: 29.01.2013, 19:10 Uhr
Halten viele Erinnerungen in Händen: Alexander Dahlhaus (l.) von der Leezenkultur und Wirt Frank Zoske.
Halten viele Erinnerungen in Händen: Alexander Dahlhaus (l.) von der Leezenkultur und Wirt Frank Zoske. Foto: jvg

Pächter und Gastwirt Frank Zoske steht noch selbst hinter seinem urigen Tresen aus dunklem Holz, schenkt die letzten Getränke aus. Schon längst ist nicht alles vorrätig. Kehraus in der Sportbahn, eben auch bei den Getränken. Zoske sieht sich suchend im Raum um: „Die Gaststätte ist mir schon ans Herz gewachsen.“ Rund 20 Tische auf etwa 200 Quadratmetern hat der Pächter fast neun Jahre lang bewirtschaftet. In dieser Zeit sind viele Freundschaften mit Stammgästen entstanden. Seit vier Jahren beherbergt der Gastwirt das Veteranentreffen des Vereins Leezenkultur. Wirt Zoske und Vorsitzender Alexander Dahlhaus sind beide gleichermaßen noch etwas ratlos, wie es weitergehen soll. Die Leezenkultur wird sich ein neues Vereinslokal suchen müssen, Frank Zoske selbst überlegt, eine neue Kneipe zu pachten. „Woanders fehlt uns der Bezug zur historischen Sportbahn, die es einst hinterm Haus gegeben hat“, so Dahlhaus.

Die Gaststätte „Zur Sportbahn“ existiert schon seit 1897 im sogenannten Flüsseviertel. „Die Einrichtung ist größtenteils historisch“, erklärt Zoske. Theke, Stühle, Tische, Dekoration und Bilder – alles kommt unter den Hammer. Vermieter Albert Marek hat die Wirtschaft seinen Kindern vermacht. Die wollen das Gebäude in Wohnungen umfunktionieren. Die Kneipe muss raus. In den vielen Jahren hat sich so mancher Gegenstand angesammelt, der Erinnerungen trägt. Pokale, Figuren und Fotos zieren Sockel und Wände. Mitnehmen will der Wirt eigentlich nichts. „Höchstens Bilder von Leuten, die immer hier gewesen sind“ – so will sich Zoske an Stammgäste erinnern.

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