Europawahl 2014
Andrea Arcais wird zum Kandidaten der münsterischen SPD gekürt

Münster -

Um Punkt 20 Uhr stand fest, dass sich Andrea Arcais für die münsterische SPD um eine Nominierung als Kandidat für die Europawahl 2014 bewerben kann. Bei der SPD-Kandidatenkür auf lokaler Ebene setzte sich Arcais mit 121 zu 76 Stimmen gegen den weniger bekannten Lehrer David Schrock durch.

Mittwoch, 09.01.2013, 07:01 Uhr

Fairer Verlierer: David Schrock (r.) gratulierte gestern Abend Andrea Arcais zum Erfolg beim SPD-Parteitag. Arcais wird sich für die münsterische SPD um eine Nominierung als Kandidat für die Europawahl 2014 bemühen.
Fairer Verlierer: David Schrock (r.) gratulierte gestern Abend Andrea Arcais zum Erfolg beim SPD-Parteitag. Arcais wird sich für die münsterische SPD um eine Nominierung als Kandidat für die Europawahl 2014 bemühen. Foto: Matthias Ahlke

Da es bei der Europawahl keine Wahlkreise gibt, muss Arcais jetzt auf diversen Regional- und Landesparteitagen der SPD um einen guten Listenlatz kämpfen. Aktuell stellt beispielsweise die nordrhein-westfälische SPD gerade einmal sechs Europaabgeordnete.

Der Parteitag war mit Spannung erwartet worden – nicht zuletzt wegen der Personalie Arcais. Der auf Sardinien geborene Münsteraner, der sich selbst als „Gastarbeiterkind“ vorstellte, ist mit der NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze verheiratet und überdies ein enger Vertrauter des SPD-Bundestagsabgeordneten Christoph Strässer. Das ohnehin schon sehr mächtige Polit-Duo Schulze-Strässer werde bei einer Wahl Arcais‘ noch einmal gestärkt, so die von einigen Sozialdemokraten im Vorfeld geäußerte Befürchtung.

Genauso dieser Zusammenhang wurde bei dem Parteitag aber gar nicht thematisiert. Vielmehr zeigte sich schon vor der Wahl, dass Arcais an der SPD-Basis die größeren Sympathien genießt. Ein von ihm vorgestellter Antrag („Rechtspopulismus entschlossen bekämpfen“) ging ohne Gegenstimme durch, ein von Schrock vorgestellter Antrag („ Europa kommunal gestalten“) erhielt 25 Gegenstimmen, überdies enthielten sich viele Mitglieder.

Andrea Arcais stellte in den Mittelpunkt seiner Rede die Forderung nach mehr Solidarität im Kreis der europäischen Staaten. Deutschland dürfe zum Beispiel die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa nicht ignorieren. „Den Deutschen geht es nicht besser, wenn es den anderen schlechter geht.“

In einer Sitzungspause, die zur Stimmenauszählung erforderlich war, stellte Parteichef Dr. Michael Jung einen „Initiativantrag“ vor, der mit viel Applaus verabschiedet wurde. Darin wird die münsterische CDU aufgefordert, dem „reaktionären Fahnenspuk“ der Jungen Union (JU) ein Ende zu setzen. Im Dezember hatte der münsterische JU-Vorstand vor einer schwarz-weiß-roten Fahne posiert und dieses Bild veröffentlicht. Schwarz-weiß-rote Fahnen werden gern von Neonazis bei ihren Aufmärschen benutzt.

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