Nazi-Vergleich und Flaggen-Foto
CDU-Vorsitzender Rickfelder und Junge Union machen einen Rückzieher

Münster-Hiltrup -

Im CDU-Kreisvorstand soll es am Montagabend hoch hergegangen sein. Das zumindest berichten Teilnehmer der Runde. Rund zweieinhalb Stunden dauerte die Sitzung. Stoff für hitzige  Diskussionen gab es dabei zuhauf: Zuletzt erst der missglückte Nazi-Vergleich des designierten Kreisvorsitzenden Josef Rickfelder, zuvor schon das Flaggen-Foto der Jungen Union, das seit Wochen parteiintern und in der Öffentlichkeit kritisiert wird.

Dienstag, 15.01.2013, 16:01 Uhr

Josef Rickfelder zeigt sich einsichtig.
Josef Rickfelder zeigt sich einsichtig. Foto: ah

Bis Montag hielt Josef Rickfelder an seinem Vergleich zwischen dem münsterischen Veggie-Day und dem Eintopftag der Nationalsozialisten fest. „Ich will die Nazi-Zeit überhaupt nicht positiv reden“, sagte Rickfelder gestern gegenüber unserer Zeitung. Aber es gebe einen „ähnlichen Stil“, so der CDU-Politiker, wie mündigen Bürgern etwas durch die Politik vorgeschrieben werde. Am Dienstag erklärte die CDU Münster, der Vergleich würde bedauert .

Unpassender Vergleich

„Die Hintergründe für diese beiden Aktionstage sind komplett unterschiedlich, daher ist der Vergleich unpassend“, stellte Rickfelder klar. Die Unterschiede seien ihm aber erst nach seinem Vergleich deutlich geworden. Der Eintopfsonntag sei ein monatlicher Aktionstag gewesen, an dem der gesamten Bevölkerung von oben Eintopf verordnet worden sei, um durch Verzicht ärmeren Mitbürgern zu helfen. Der Veggie-Day sei hingegen eher Ausdruck einer Überflussgesellschaft und zudem ein Appell zum freiwilligen Verzicht auf Fleisch.

Grundsatz der Kritik

Gleichzeitig hält er aber Grundsatz seiner Kritik fest: „Der Veggie-Day ist in einer Reihe mit den ständigen Versuchen rot-grüner Politiker auf allen Ebene zu sehen, mündigen Bürgern bis in ihre private Lebensführung hinein Vorschriften machen zu wollen“, sagte Rickfelder. Die Menschen wüssten, dass es gesünder sei, auch mal auf Fleisch zu verzichten. Dafür bräuchte die Politik aber nicht in den Speiseplan von Kantinen hinein zu regieren.

„Das Rauchen schädlich ist, weiß auch jeder, dennoch sollte aber jeder Schützenverein selbst entscheiden können, ob im Festzelt geraucht werden darf oder nicht“, sagte der CDU-Politiker. In Teilen der CDU wurde der Vergleich als „politische Dummheit“ gesehen. Rickfelder hingegen hielt bis Montag ausdrücklich daran fest: „Der Vergleich sollte auch Wirkung erzielen.“

Rückzieher der JU

Auch die Junge Union kündigte in der selben CDU-Vorstandssitzung nach Informationen unserer Zeitung einen Rückzieher an. Der CDU-Nachwuchs erklärte, das umstrittene Vorstandsfoto mit der Flagge des Deutschen Kaiserreichs doch von seiner Internet-Seite löschen zu wollen. Seit Mittwochmittag ist es nicht mehr auf ihrer Homepage zu sehen. Das Foto hatte harsche Kritik ausgelöst, weil die  Fahne von Rechtsextremisten als Symbol für ihre Zwecke missbraucht wird. Der neue JU-Vorstand hatte sich davor gruppiert.

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