„Die Boygroup von Münster“
Die „Drei Coerdis“ beenden nach zwölf Jahren auf der Bühne ihre Gesangskarriere

Münster-Coerde -

Gegründet haben sie sich aus einer Laune heraus. Diese „Laune“ hat ganze zwölf Jahre lang angehalten. Nach über einem Jahrzehnt Sangeskarriere singen sich die „Drei Coerdis“ nun durch ihre letzte Session als Trio auf den Karnevalsbühnen in Coerde und Münster.

Donnerstag, 07.02.2013, 08:02 Uhr

Zwölf Jahre lang ein unschlagbares Sangestrio (v.r.): Die „Drei Coerdis“, Bruno Hummelt, Uwe Bunzel und Günter Tanaskovic, sind seit vielen Jahren von den Karnevalsbühnen in Coerde und Münster nicht wegzudenken.
Zwölf Jahre lang ein unschlagbares Sangestrio (v.r.): Die „Drei Coerdis“, Bruno Hummelt, Uwe Bunzel und Günter Tanaskovic, sind seit vielen Jahren von den Karnevalsbühnen in Coerde und Münster nicht wegzudenken. Foto: jvg

Dass die drei Mitglieder des Coerder Carneval-Clubs Bruno Hummelt , Uwe Bunzel und Günter Tanaskovic jemals gemeinsam singen würden, hatten sie eigentlich selbst gar nicht auf der Kappe. Eine Fahrt auf Einladung des Mückenstichträgers Clemens Köyer Ende der 90er Jahre nach Berlin brachte die Freunde überhaupt erst auf die Idee mit dem Singen. Als einmalige Einlage wollten die drei Karnevalisten bei der Verleihung des Mückenstich-Ordens gesanglich in Erscheinung treten. Das war im Jahr 2001. „Ich hab mir gedacht, die spinnen doch. Wir hatten doch überhaupt nichts: keine Texte, keine Lieder, keine Musik und kein Equipment“, schmunzelt Tanaskovic.

Dass sie mit ihrem ersten Auftritt gleich so einschlagen würden, damit hatte keiner der „Drei Coerdis“ gerechnet. „Wir sind die Coerdis vom Kanal“ schmetterten die Sänger nach der Melodie von DJ Ötzi bei ihrer Bühnepremiere und wurden gleich als „Coerder-Boygroup“ gefeiert. „Mensch, das müsst ihr unbedingt noch mal machen“, kam Lob von allen Seiten.

Heute haben die „Drei Coerdis“ ein musikalisches Repertoire von weit über 30 Titeln. Die beliebtesten und bekanntesten sind beispielsweise „Dreimal Helau, das soll für heute die Parole sein“, „Ich bin in Münster verliebt“ oder „Westfalenland ist wieder außer Rand und Band“. Nicht nur der Coerder Carneval-Club darf die Hits seiner drei eigenen Haussänger genießen. Mit ihren mittlerweile überall bekannten Schunkelliedern sind die „Coerdis“ sogar viermal bei der TV-Gala „Westfalen haut auf die Pauke“ und im Radio aufgetreten. Außerdem singen sie seit vielen Jahren bei der offiziellen Proklamation des Stadtprinzen auf dem Prinzipalmarkt, besuchen viele Veranstaltungen befreundeter Gesellschaften.

Nach so vielen Erfolgen wollen sich die Sänger nun zur Ruhe setzen. Grund für das jähe Karriereende ist die Gesundheit. „Wir haben immer gesagt, wenn einer von uns nicht mehr kann, dann gibt es keinen Ersatz“, so der 65-jährige Tanaskovic. Der 73-jährige Uwe Bunzel, der auch viele Jahre bei den „Fidelen Bierkutschern“ gesungen hatte, will seine Sangeslaufbahn beenden.

Bruno Hummelt will sich nach den „Coerdis“ möglicherweise neu orientieren. „Für mich ist mit dem Singen noch nicht Schluss, das macht mir viel zu viel Spaß“, sagt der 66-Jährige. Zwei Interessenten gäbe es schon, mit denen man die „Münster-Boys“, so der vorläufige Projektname, gründen könnte.

Der dritte im Bunde will erstmal pausieren. „Vielleicht mache ich in ein paar Jahren wieder weiter“, so Tanaskovic. Bis dahin singen sich die Drei Coerdis noch durch die aktuelle „fünfte Jahreszeit“.

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