Kaum Unterrichtsausfall
Rund 400 angestellte Lehrer streiken

Münster -

Der Platz auf den Streiklisten reichte nicht aus, so viele angestellte Lehrer waren gestern dem Aufruf der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gefolgt und in den Warnstreik getreten. Statt der 200 erwarteten Teilnehmer waren es mehr als 400 Lehrer aus dem gesamten Regierungsbezirk, davon mindestens 80 aus Münster. Ihre Forderung: Sie wollen genauso viel verdienen wie ihre beamteten Kollegen, die im Monat rund 500 Euro mehr bekommen, sagt GEW-Münster-Geschäftsführer Carsten Peters. „Gleiches Geld für gleiche Arbeit“ stand daher auf den Transparenten, mit denen sie durch die Stadt und zu den Parteibüros von Grünen, SPD und CDU zogen.

Donnerstag, 28.02.2013, 09:02 Uhr

Kaum Unterrichtsausfall : Rund 400 angestellte Lehrer streiken
Foto: Oliver Werner

Unter ihnen war Nicol Ziegert . Die Lehrerin kommt aus Münster und ist an einer Grundschule in Ahlen angestellt. Warum sie streikt? „Ich möchte das gleiche Gehalt und die gleiche Anerkennung für meine Arbeit bekommen wie meine beamteten Kollegen.“ Als alleinerziehende Mutter von zwei Kindern komme es auf jeden Cent an – 500 Euro weniger fallen da schwer ins Gewicht.

Rückendeckung bekommen die streikenden Lehrer von ihren beamteten Kollegen, berichtet eine Realschullehrerin aus Münster. „Von denen hat keiner gemault, dass wir streiken gehen. Wenn sie gedurft hätten, wären sie am liebsten mitgekommen. Das fand ich gut.“

Mit dabei waren auch alle Lehrkräfte der Montessori-Schule. „Wir sind vermutlich die einzige Schule in Münster, die komplett lahmgelegt ist“, erzählt Schulleiterin Christine Bauer . Die Schule unterstütze den Streik. Der gestrige Tag sei trotz Unterrichtsausfall problemlos verlaufen: Für die jüngeren Kinder wurde in der Betreuung gesorgt. Die älteren Schüler blieben zu Hause. Proteste von Eltern gab es kaum. Auch an den anderen Schulen in Münster sei kaum Unterricht ausgefallen.

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