Prof. Gabriel erwartet keinen Kurswechsel
„Italiener oder Nicht-Europäer wird folgen“

Münster -

Nach der Rücktrittsankündigung von Papst Benedikt XVI. erwartet der münsterische katholische Theologe und Sozialethiker Prof. Dr. Karl Gabriel keinen kirchenpolitischen Kurswechsel.

Dienstag, 12.02.2013, 09:02 Uhr

Theologe und Sozialethiker  Prof. Dr. Karl Gabriel
Theologe und Sozialethiker  Prof. Dr. Karl Gabriel Foto: Exzellezcluster

„Das Konklave dürfte einen Italiener oder einen Nicht-Europäer zum Nachfolger machen. Dass ein weiterer nicht-italienischer Europäer zum Papst gewählt wird, halte ich für unwahrscheinlich“, sagte der Wissenschaftler des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ der Uni Münster . Damit werde es wohl auch nach dem überraschenden Amtsverzicht von Benedikt XVI. keine gravierenden kirchenpolitischen Reformen geben.

Mit seiner Entscheidung zum Amtsverzicht eröffne Papst Benedikt XVI. allerdings „im Umgang mit dem Amt eine ganz neue Tradition“, so Prof. Gabriel . In einer „so traditionalistischen Institution wie der Kirche“ sei das eine große Überraschung. Das Kirchenoberhaupt gebe dem modernen Papsttum damit neue Impulse. „Mit einem solchen Entschluss ist angesichts des medizinischen Fortschritts und der steigenden Lebenserwartung auch bei künftigen Päpsten zu rechnen.“

Benedikt XVI. setze sich auch von seinem Vorgänger Johannes Paul II. ab, „der auf die Frage nach schwerer Krankheit im Papstamt eine deutlich andere Antwort gegeben hat, indem er als charismatischer Mensch sein Leiden bewusst zeigte.“ Mit Blick auf kirchenpolitische Reformen sagte der Wissenschaftler weiter: „Die aus deutscher Sicht zentralen Fragen bleiben wohl zunächst unerledigt.“

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