Thema der nächsten Kinderuni
Prof. Heike Bungert erzählt über Friedenspfeifen und Totempfähle

Münster -

Prof. Heike Bungert ist fasziniert von der Lebensweise und den Traditionen der Indiainer in Nordamerika. Und sie kennt sich mit der Geschichte der Indianer in den USA so gut aus wie wenig andere Wissenschaftler in Europa. Am Freitag (15. Februar) um 16.15 Uhr im Hörsaal H1 am Schlossplatz 34 berichtet sie bei der Kinderuni über „Kachinas, Friedenspfeifen und Totempfähle“.

Dienstag, 12.02.2013, 09:02 Uhr

Prof. Heike Bungert, hier mit einer Kachina (l.) und einem Kunstwerk mit Tierdarstellungen, hält am 15. Februar eine Kindervorlesung über Indianer.
Prof. Heike Bungert, hier mit einer Kachina (l.) und einem Kunstwerk mit Tierdarstellungen, hält am 15. Februar eine Kindervorlesung über Indianer. Foto: kv

Wer Winnetou gelesen und Western gesehen hat, kennt Totempfähle und Friedenspfeifen . Aber Kachinas? Heike Bungert zeigt eine bunt bemalte, mit einer Feder verzierte Figur. „Kachinas sind Figuren oder Puppen, mit denen die Indianer ihre Geister verkörpern“, erklärt Heike Bungert. Manche Geister sind für Regen zuständig, andere für Fruchtbarkeit, es gibt sogar Geister, die den Humor schützen sollen.

Manche der zwei bis vier Millionen Indianer in den USA glauben bis heute an diese Geister. „Anders als früher bekennen sich heute wieder mehr Indianer zu ihrer Herkunft“, erklärt sie. Manche Indianer leben noch heute in den Reservaten – viele aber wohnen mittlerweile in Städten, wie ganz normale Amerikaner.

Die Lebensweise der Indianer in Zeiten, bevor Amerika von den weißen Einwanderern bevölkert wurde oder als diese nach Westen vorrückten und die Indianer bekämpften, fasziniert viele Menschen bis heute. Das Bild, das Bücher und Filme vermitteln, hat aber mit der Wirklichkeit nicht immer viel zu tun, sagt Heike Bungert.

Ein Häuptling war keineswegs lebenslänglich Anführer seiner Gruppe. Manche Stämme verzichteten ganz auf „Bestimmer oder Chefs“, sagt Heike Bungert. Alle Fragen wurden durch öffentliche Debatten im Stamm entschieden – eine frühe Form der Demokratie.

Ihre Leidenschaft für Indianer hat sie ein wenig geerbt. Ihr Vater, ein Wissenschaftler und Amerika-Experte, besaß viele indianische Kunstgegenstände, sogar einen echten Totempfahl, in den die Indianer meist Tierbilder schnitzen. Heike Bungert stellt klar: „Mit einem Marterpfahl, an dem manche Indianerstämme im Nordosten der USA Feinde quälten und töteten, haben Totempfähle übrigens nichts zu tun.“

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