Prostituierte sagen als Zeuginnen aus
Prügel auf dem Straßenstrich

Münster -

Münster. Ein 46 Jahre alter Mann soll auf dem Straßenstrich an der Siemensstraße Prostituierte geschlagen und bedroht haben. Der Mann steht nun vor dem Landgericht. Die Liste der Anklagepunkte ist lang.

Montag, 20.05.2013, 14:05 Uhr

Symbolbild: Prostituierte
Symbolbild: Mehrere Prostituierte haben einen 46-jährigen Münsteraner vor Gericht schwer belastet. Foto: Colourbox

Beleidigung, Sachbeschädigung, Bedrohung, gefährliche Körperverletzung, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Verstoß gegen das Waffengesetz bis hin zur versuchten räuberischen und versuchten schweren räuberischen Erpressung: Die Liste der Anklagepunkte der Staatsanwaltschaft gegen einen 46-jährigen Mann aus Münster , der auch auf dem Straßenstrich an der Siemensstraße sein Unwesen getrieben haben soll, ist lang. Jetzt hat gegen den Mann der Prozess vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Münster begonnen.

Der Angeklagte, der in Untersuchungshaft sitzt, ließ sich zum Prozessauftakt nicht zu den Tatvorwürfen ein. Am ersten Verhandlungstag ging es um die Rolle des Angeklagten auf dem münsterischen Straßenstrich. Die Aussagen mehrerer Zeuginnen quittierte er lediglich mit einem süffisanten Lächeln. Die Prostituierten, die an der Siemensstraße ihre Dienste anbieten, belasteten den 46-Jährigen zum Teil erheblich.

Dem Angeklagten sei es in der Hauptsache um die Kontrolle an bestimmten Bereichen auf dem Straßenstrich gegangen, berichtete eine Zeugin. Drei Prostituierte sollen dort angeblich für ihn gearbeitet haben. Er habe bestimmt, dass diese Abschnitte Stellen unter seiner Kontrolle stünden, sagte die Frau. Eine Zeugin versicherte zwar, sie habe „keinen Stress“ mit dem Angeklagten gehabt. Trotzdem habe er eine Fensterscheibe ihres Wohnwagens zertrümmert. Dadurch habe sie erhebliche Schnittverletzungen im Gesicht und an der Schulter erlitten sagte sie.

Von tätlichen Übergriffen des Angeklagten berichtete dann eine andere Zeugin.  Der 40-jährigen Prostituierten habe der Angeklagte einen Arm gebrochen,  als er sie mit einem Eisenstuhl traktierte. Immer habe sie Probleme mit dem Mann gehabt, klagte die Zeugin. Er soll sie schon mehrfach geschlagen, als Schlampe beschimpft haben. Obwohl die Frau behauptete, nicht für den Angeklagten auf dem Strich gearbeitet zu haben, habe er 50 Euro pro Abend von ihr kassieren wollen. „Er wollte der Boss sein“, sagte die Frau. „Ich werde dich töten, wenn du hier arbeitest“, soll der Mann ihr gedroht haben. Zuhälter sei der Angeklagte nicht gewesen, sagte eine 19-Jährige Zeugin Der Mann habe sie nur beschützt. „Wenn man als Frau so alleine ist, braucht man einen Beschützer.“ Der Prozess wird fortgesetzt.

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