Dichtheitsprüfung von Abwasserleitungen
Mehr „Kanal-TÜV“ als vom Gesetz gefordert?

Münster -

Müssen mehr Münsteraner die Dichtheit ihrer Abwasserleitungen überprüfen als vom Gesetz gefordert? Grüne und SPD schließen nicht aus, dass der Kanal-TÜV auch auf Bereiche außerhalb der münsterischen Wasserschutzgebiete ausgedehnt wird. Das jetzt erlassene Gesetzt räumt Kommunen diese Möglichkeit ausdrücklich ein.

Dienstag, 05.03.2013, 11:03 Uhr

Vom „Kanal-TÜV“ werden in Münster möglicherweise deutlich mehr Grundstücksbesitzer betroffen sein, als in dem in der vergangenen Woche vom nordrhein-westfälischen Landtag beschlossenen Gesetz gefordert. In den Ratsfraktionen von SPD und Grünen wird überlegt, die darin festgeschriebene Dichtheitsprüfung auf Grundstücke, die in Wasserschutzgebieten liegen, auch auf Gebiete außerhalb von Schutzgebieten auszudehnen – wenn dies denn erforderlich ist. Das Gesetz stellt Kommunen einen solchen Schritt ausdrücklich frei.

„Wir gehen davon aus, dass die Verwaltung prüfen wird, ob der Kanal-TÜV auch außerhalb der Wasserschutzgebiete erforderlich ist“, betont Gerhard Joksch (Grüne). Sollte die Verwaltung nicht von sich aus tätig werden, dann werde seine Fraktion einen entsprechenden Antrag stellen. Erweiterte Dichtheitsprüfungen seien dort denkbar, wo es in den letzten Jahren verstärkt zu Grundwasserverunreinigungen durch schadhafte Leitungen gekommen ist.

Auch die SPD regt an, den Blick auch auf Bereiche im Stadtgebiet zu richten, wo Leitungen besonders alt und daher womöglich schadhaft sind. „Wir müssen schauen, ob ein Bedarf von Dichtheitsprüfungen über Wasserschutzgebiete hinaus besteht“, betont Ratsherr Holger Wigger.

Die FDP ist hingegen gegen eine Ausweitung der gesetzlich geforderten Prüfungen. „Die enormen Kosten stehen in keinem ausgewogenen Verhältnis zu möglichen Ergebnissen“, so Carola Möllemann-Appelhoff . Auch CDU-Ratsfrau Sybille Benning sprach sich gegen einen solchen Schritt aus.

Nach dem Gesetz sind rund 6000 der 50 000 Grundstücksbesitzer in Münsters Wasserschutzgebieten verpflichtet, bis 2015 die Dichtheit ihrer Abwasserleitungen zu überprüfen. Kostenpunkt: jeweils rund 500 Euro.

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