Ethiker prophezeit veränderten Umgang der Medien mit dem Kirchenoberhaupt
Kirchenexperte der Uni Münster über die Papstwahl: "Die Menschen lieben dieses Drama"

Münster/Rom - Nach dem überraschenden Rücktritt von Papst Benedikt XVI. wird sich der Umgang der kirchlichen und kirchennahen Medien mit dessen Nachfolger mutmaßlich ändern. "Wenn sich das Papstamt ändert, es sich als weniger mystisch und sakral begreift, wird die sachliche Auseinandersetzung mit den Aufgaben des Kirchenoberhauptes hoffentlich leichter", betont Dr. Alexander Filipovic, der Medien- und Sozialethik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster lehrt.

Dienstag, 12.03.2013, 12:03 Uhr

Ethiker prophezeit veränderten Umgang der Medien mit dem Kirchenoberhaupt : Kirchenexperte der Uni Münster über die Papstwahl: "Die Menschen lieb...
Kardinäle verfolgen am 12.03.2013 im Petersdom im Vatikan die Wahl-Messe «Pro Eligendo Romano Pontifice». Foto: dpa

Er fügte hinzu, dass er sich eine sachliche Berichterstattung und Kirchenkritik wünsche, "die an einer guten und gerechten Gestalt von Kirche interessiert ist - und die keinen falschen Respekt vor der übermenschlichen Größe des Amtes zeigt".

Ohnehin ist der Wissenschaftler davon überzeugt, dass "alle spüren, wie wichtig eine Reform der römischen Kurie ist". In diesem Zusammenhang sei es wichtiger denn je, dass sich die katholische Kirche in der Öffentlichkeit anders als bisher darstelle. "Der katholischen Kirche fehlen 'Köpfe', die aus der Innenperspektive plausibel, sympathisch und unter Umständen streitbar die eigene Sache vertreten", meint Alexander Filipovic .

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Dr. Alexander Filipovic

Die anstehende Papstwahl und das möglicherweise neue Amtsverständnis des künftigen Papstes seien ein guter Anlass für den wünschenswerten Wandel. "Die Spannung ist dieses Mal sehr groß, wie diese Reform angegangen wird, welche Reichweite sie haben wird und wer sie initiiert", unterstreicht er. "Was sich derzeit abspielt, ist ein Drama, aber durchaus in einem positiven Sinne. Die Menschen lieben das, und deswegen werden sie sehr genau hinschauen."

Dr. Alexander Filipovic ist auch Berater der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz und Mit-Herausgeber der Zeitschrift “Communicatio Socialis”. Zudem ist er Sprecher der Medienethiker in der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft.

Derweil hat der Bischof von Münster , Dr. Felix Genn, die Pfarrer und pastoralen Mitarbeiter im Bistum Münster dazu aufgerufen, in den Fürbitten und in der heiligen Messe um einen guten Ausgang der Wahl zu beten. Sobald der neue Papst gewählt ist und die erfolgte Wahl den Gläubigen in aller Welt verkündet wurde, soll dies durch ein 15-minütiges festliches Glockengeläut in allen Gemeinden im Bistum bekannt gemacht werden.

Auch am Tag der feierlichen Amtsübernahme werden um 12 Uhr im Bistum Münster die Glocken läuten; zudem werden an diesem Tag die Kirchen, Pfarrhäuser und kirchlichen Gebäude festlich beflaggt. Ab dem Tag der Wahl wird dann auch im Hochgebet der heiligen Messe der Name des neuen Papstes genannt werden.

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