Fans wollen "Eispalast" retten
800 Unterschriften für die Eishalle

Münster -

Fans wollen ihre vom Abriss bedrohte Eishalle an der Steinfurter Straße retten. Die Kufensportler sammeln Unterschriften, weil sie auch in Zukunft Eislaufen möchten. Die Stadt soll den Bau von Wohngebäuden für Studierende verhindern.

Sonntag, 10.03.2013, 17:03 Uhr

„Rettet die Eishalle“: Das fordern Anhänger der Sportstätte, die am Samstag in der Innenstadt Unterschriften für den Erhalt sammelten.
„Rettet die Eishalle“: Das fordern Anhänger der Sportstätte, die am Samstag in der Innenstadt Unterschriften für den Erhalt sammelten. Foto: Andreas Hasenkamp

Weil sie auch in Zukunft in Münster Eislaufen möchten, stellten sich am Samstag gut drei Dutzend Fans der vom Abriss bedrohten Eissporthalle „ Eispalast “ auf die Ludgeristraße, um Unterschriften für deren Erhalt zu sammeln. Die Stadt Münster solle die Erlaubnis verweigern, auf diesem Grundstück Wohngebäude für Studierende zu errichten, fordern sie. Das will ein Investor, dem der Betreiber der Eislaufhalle – wie berichtet – das Grundstück verkaufen möchte.

Gegen 15 Uhr sind „grob 80“ durchweichte Blätter mit Unterschriften gefüllt. Das macht 800 Unterschriften, rechnet Matthias Tönjann aus. „Das ist nicht schlecht“, meint Krzysztof Jurko . Der 56-Jährige ist der älteste Sammler, der jüngste ist 14.

Der älteste Nutzer des Eispalasts sei „Opa Kurt“. Der bald 90-Jährige ziehe regelmäßig seine Runden und beherrsche noch den „Flieger“. Tönjann ist 20, wohnt in Vreden und kommt drei Mal in der Woche zum Training in die Halle, zusätzlich zwei Mal zu den öffentlichen Nutzungszeiten. Nicht nur von den Eltern kleiner Kinder werde er häufig angesprochen, ob er ihnen nicht etwas beibringen könne.

Das Hobby von Regina (14) und Ines (15) ist der Eiskunstlauf – schon seit acht bzw. zehn Jahren. Aus der Zeitung und über Freunde hatten sie von den Plänen erfahren, nun sammeln auch sie Unterschriften. Dem Eishockey-Spiel hat sich Ivelina Frantsova-Bauer verschrieben. Deshalb kam sie vor zwölf Jahren aus Bulgarien nach Münster, erzählt sie. Ihre Damen-Eishockey-Mannschaft spiele in der NRW-Liga. Noch in der nächsten Woche wolle man eine Bürgerinitiative gründen, sagt Frantsova-Bauer. Die Nutzung sei in den letzten Jahren etwas zurückgegangen, bestätigt sie, aber nicht stark. Das liege am Ganztagsunterricht, der alle Sportvereine betreffe. Viele Kinder aus Schulen und Kindergärten kämen im Rahmen des Unterrichts. Aber damit verdiene die Halle nicht viel, weil die Preise dann stark gesenkt seien. Von morgens bis abends sei immer viel los, sagt Intensiv-Nutzer Tönjann.

Der Eispalast habe deutlich länger geöffnet als andere Hallen in der weiteren Umgebung. Daher kämen zeitweise auch Eiskunstläufer aus den Niederlanden nach Münster, bestätigt Regina. Und Eishockey-Mannschaften aus Berg-Kamen, Nordhorn oder Osnabrück. Jurko erklärt, dass es auch ohne Abriss genug Platz für Wohnheime gebe, auch in der Nähe des Eispalastes.

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