Feiern mit klaren Grenzen
Sicherheitsvorkehrungen für letzten Unterrichtstag der Abiturienten

Münster -

Am Freitag ist der letzte Unterrichtstag für die Schüler des doppelten Abiturjahrgangs – Anlass für ein ausgelassenes Massenspektakel in der City. Die Stadt rechnet mit mindestens 5000 Teilnehmern und hat, nachdem es 2012 Verletzte gab, besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

Dienstag, 19.03.2013, 12:03 Uhr

Die letzte Unterrichtswoche der Abiturienten hat Montag mit einer Verkleidungsgaudi begonnen. Am Pascalgymnasium lautete das Motto „Senioren“.
Die letzte Unterrichtswoche der Abiturienten hat Montag mit einer Verkleidungsgaudi begonnen. Am Pascalgymnasium lautete das Motto „Senioren“. Foto: Werner

Im vergangenen Jahr waren es 3000 junge Leute, die an dem frühlingshaften sonnigen Freitag in euphorischer Partylaune den Domplatz stürmten. Es war der letzte Schultag der Abiturienten – und der wird diesmal, da gleich zwei Jahrgänge das Abitur absolvieren, am kommenden Freitag zu einem doppelt großen Massenspektakel. „Wir rechnen mit mindestens 5000 Teilnehmern“, schätzt Horst-Werner Koch vom städtischen Ordnungsamt . Nach seiner Erfahrung stoßen auch Abiturienten aus den Nachbarkreisen mittags zu den Münsteranern auf dem Domplatz.

Der letzte Schultag der Abiturienten und die damit verbundene Massenparty beschäftigt schon länger die Sicherheitsbehörden. „Wir sind keine Spaßbremsen“, stellt Koch klar. „Aber wir müssen Vorkehrungen treffen, dass möglichst niemand bei dem Massenspektakel zu Schaden kommt.“

Denn das war im vergangenen Jahr, als rund 3000 junge Leute in der Stadt zusammenströmten, durchaus der Fall: Einige Jugendliche wurden bei Rangeleien verletzt. Auf den Straßen, vor allem im Kreisel, blockierten Abiturienten den Verkehr, schlugen auf im Stau stehende Autos, rissen unvermittelt Türen auf und erschreckten Insassen. Dass sie den Domplatz, wie auch in den Jahren zuvor, übersät von Müll und Scherben zurückließen, ist da kaum noch erwähnenswert.

Damit die Feiern des letzten Schultages diesmal zivilisierter ablaufen, haben Vertreter des Ordnungsamtes und des Schulamtes mit den Stufensprechern der Gymnasien ein Gespräch geführt, „um die Schüler zu sensibilisieren“, wie Koch sagt. Am 22. März werden Kräfte des Ordnungsamtes in der Innenstadt verstärkt eingesetzt, auch die Polizei. Auf dem Domplatz werden extra Glascontainer aufgestellt und ein Rettungswagen wird in Bereitschaft sein.

Auch in diesem Jahr findet ab mittags eine große Party im Jovel, diesmal zusätzlich in der Diskothek „Party World“ am Albersloher Weg statt. Aber da müssen die Abiturienten erst hinkommen – für manchen, wie sich im vergangenen Jahr herausstellte, nach intensivem „Vorglühen“ nicht ganz einfach. Damit die jungen Leute nicht am viel befahrenen Albersloher Weg unkontrolliert auf die Fahrbahn laufen, wird rot-weißes Flatterband entlang der Straßenlaternen gespannt und der Bürgersteig optisch abgetrennt, kündigt Koch an. Was einige Abiturienten gar nicht schlecht finden. „Der große Ansturm auf den Domplatz erinnert an die Loveparade, daher ist etwas Ordnung durch die Polizei nur sinnvoll und zu begrüßen“, so der Tenor einer Abiturienten-Clique, die sich namentlich nicht outen will.

Auch am Abend des von den Schülern als „Chaos-Tag“ titulierten Freitags sollen Security-Kräfte rund um die Halle Münsterland für Sicherheit sorgen. Denn dort beginnt um 20 Uhr eine ausverkaufte Veranstaltung. Dann spätestens machen sich die Abiturienten erfahrungsgemäß auf den Heimweg – nach buchstäblich erschöpfendem Feiern.

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