Unisex-Toilette im Cinema
Berlin beschließt Unisex-Toilette – Münsters Programmkino hat sie seit 2005

Münster -

In Berlin wird über die Unisex-Toilette leidenschaftlich diskutiert. Im münsterischen Programmkino Cinema wurde sie bereits 2005 eingebaut. Die Toilette kann von Männern und Frauen genutzt werden, und von denen, die sich keinem dieser beiden Geschlechter zuordnen.  

Mittwoch, 06.03.2013, 15:03 Uhr

Thomas Behm vom Cinema hat schon 2005 eine Unisex-Toilette einbauen lassen.
Thomas Behm vom Cinema hat schon 2005 eine Unisex-Toilette einbauen lassen. Foto: Oliver Werner

Das Programm-Kino Cinema an der Warendorfer Straße verzichtet auf die üblichen Piktogramme. Stattdessen weisen Plakate mit Filmszenen die Toilettengänger darauf hin, hinter welcher Tür sie ihre Bedürfnisse erledigen können. Brad Pitt , Denzel Washington , Robert Redford – hinter dieser Tür sind die kernigen Kerle richtig. Catherine Deneuve, Marlene Dietrich und Penelope Cruz – klar, hier geht‘s zur Frauentoilette.

Den dritten Weg bebildert unter anderem eine Szene aus der französischen Travestiekomödie „Ein Käfig voller Narren“ – die Toilette für Menschen, die sich keinem dieser beiden Geschlechter zuordnen wollen oder können. Für Zwitter, Transgender und Hermaphrodites steht auf der Tür. Und für Besucher, die ihr Baby wickeln wollen. Was in Berlin derzeit heiß diskutiert wird, die Unisex-Toilette, ist im Cinema Praxis – und das seit 2005.

„Toiletten-Posse“, „Irrsinns-Debatte“ – die Berliner Boulevard-Blätter schwingen derzeit die verbale Keule, wenn es um das Thema Unisex-Toiletten geht. In der vergangenen Woche hatte das Bezirksparlament des Szene-Viertels Friedrichshain-Kreuzberg auf Antrag der Piraten beschlossen, dass die öffentlichen Gebäude des Bezirks Unisex-Toiletten erhalten sollen. Zusätzlich zu den getrennten WCs für Männer und Frauen soll es eine Räumlichkeit für alle Menschen geben – auch für die, die sich weder als Mann noch als Frau begreifen.

Das Cinema hat die dritte Toilette vor gut sieben Jahren, als ohnehin Umbaumaßnahmen anstanden, einbauen lassen. „Weil es ein Politikum ist“, sagt Cinema-Mitgeschäftsführer Thomas Behm. „Es ist doch egal, ob man Frau oder Mann ist.“

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