Wird er auch noch Osnabrücker?
„Wilsberg“ wirbt für Bielefeld

Münster -

Der Münsteraner, heißt es, ist auf den Bielefelder nicht gut zu sprechen – falls er ihn und seine bekanntlich nicht-existierende Stadt überhaupt zur Kenntnis nimmt. Und nun kommt ausgerechnet Leonard Lansink, als Wilsberg-Darsteller quasi Münsteraner ehrenhalber, und wirbt für Bielefeld? Ja, darf der das denn überhaupt?

Samstag, 02.03.2013, 14:03 Uhr

„Treuetest“-Premiere im Bielefelder Cineplex: Leonard Lansink, der den Wilsberg spielt.
„Treuetest“-Premiere im Bielefelder Cineplex: Leonard Lansink, der den Wilsberg spielt. Foto: Thomas F. Starke, Westfalen-Blatt

Und es gibt sie doch: die Bielefeld-Verschwörung. Darin verwickelt als Hauptfigur: Münsters kauziger Chef- und Fernseh-Ermittler Wilsberg alias Leonard Lansink . Der bekennende Münster-Botschafter hat mit einem Abstecher nach Ostwestfalen in der hiesigen Internet-Gemeinde diplomatische Irritationen ausgelöst.

Dort kursiert nämlich ein Foto, das den 57-Jährigen mit einem äußerst pikanten Detail fröhlich in die Kamera grinsend zeigt – und Lansink scheint zu wissen, was er tut: Doch das schwarze T-Shirt mit dem Bielefeld-Schriftzug schmeckt beileibe nicht jedem eingefleischten Bewohner der Westfalenmetropole an der Aa – zumal die gelebte Rivalität und Frotzelei zwischen beiden Städten in einer Woche ihren Höhepunkt erreicht. Dann nämlich wollen die Kicker mit dem stolzen Preußen-Adler auf der Brust die Bielefelder Alm, die längst nicht mehr so heißt, stürmen.

Da dürfte es für das eingetragene Preußen-Mitglied Lansink nicht ganz einfach werden, seinen Seitenwechsel zu erklären. Quasi ein diplomatischer Doppelpass, der wohl den gewieften Schauspieler fordert. Aber vielleicht heißt die neue Wilsberg-Folge nicht ohne Grund „Treuetest“: Auch wenn verlässliche Bielefelder Quellen versichern, dass sich Lansink im Kreise seiner ostwestfälischen Fans tatsächlich wohl fühle. Aber mal ganz ehrlich: Was sind schon Leineweber, Pudding und Sparrenburg gegen Prinzipalmarkt, Pinkus und Preußen Münster?

Nun will es die Geschichte so, dass es im westfälischen Spannungsfeld noch einen dritten Ort gibt – namens Osnabrück. Und auch dort gibt es T-Shirts. Mit einem Schriftzug, den es heute schon reichlich im Preußen-Stadion zu sehen gibt. Da bleibt nur die bange Frage: Wilsberg wird doch nicht auch noch Osnabrücker? Dirk Anger

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