Zahl der brutalen Raubüberfälle nimmt zu
Jugendgangs haben es oft auf teure Smartphones abgesehen

Münster -

Die Zahl der brutalen Raubüberfälle hat in Münster zugenommen. Die Polizei bestätigt, dass sie ihre Ermittlungen intensiviert hat. Zumeist seien es mehrere junge Täter, die ihren Opfern regelrecht auflauern.

Donnerstag, 14.03.2013, 12:03 Uhr

Zahl der brutalen Raubüberfälle nimmt zu : Jugendgangs haben es oft auf teure Smartphones abgesehen
Symbolbild: Jugendgangs haben es im letzten Jahr oft auf Smartphones abgesehen. Foto: dpa

Sie griffen aus dem Hinterhalt an, aus heiterem Himmel und mitten in der Nacht. Einer nahm den 20-Jährigen in den Schwitzkasten, ein anderer stieß den 18-Jährigen zu Boden. Zwei junge Männer sind am Wochenende brutal auf dem Schlossplatz überfallen worden. Die Jugendgang war auf Smartphones und Geld aus. Als der 20-Jährige fliehen konnte, traten die Täter auf den am Boden liegenden 18-Jährigen ein. Ein Handy hatte er übrigens nicht dabei.

Gezielt auf Smartphones abgesehen

Die Zahl der brutalen Raubüberfälle hat stark zugenommen hat, zumeist mit mehreren Tätern. Das bestätigt die Polizei, die ihre Ermittlungen intensiviert hat. Sprecher Jan Schabacker bestätigt allein 16 angezeigte Straftaten in diesem Jahr, bei denen es die Täter gezielt auf Smartphones abgesehen hatten. Häufig würden die Opfer, denen auf dem Nachhauseweg in dunklen Ecken aufgelauert werde, nach der Uhrzeit gefragt. „Dann ziehen sie ihr Mobiltelefon aus der Tasche, und schon ist es passiert“, sagt Schabacker.

Die teuren Handys sind vor allem bei Jugendlichen heiß begehrt – entweder für den Eigenbedarf oder um sie später zu verticken. Früher seien Hehler verrückt auf Navigationsgeräte gewesen, weshalb es viel mehr Pkw-Aufbrüche gab, heute seien es die Smartphones.

Vermutlich unterschiedliche Tätergruppen

Drei junge Männer zogen einem 32-jährigen Münsteraner Anfang März das Mobiltelefon aus der Tasche, als sie ihn mitten in der Nacht auf der Promenade (Ecke Kleimannstraße) überfielen. Auch sie hatten unvermittelt aus dem Hinterhalt angegriffen und auf das am Boden liegende Opfer eingetreten.

Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei den beiden Überfällen um unterschiedliche Tätergruppen handelt. „Wir haben zwar nur dünne Personenbeschreibungen, aber kein Indiz dafür, dass es nur eine Gang ist, die marodierend durch Münster zieht“, sagt Schabacker. So konnte die Polizei einem der drei jungen Täter, die Anfang März in die Soccer-Halle an der Trauttmansdorffstraße eingebrochen waren, nachweisen, dass er bereits im Januar einen 15-Jährigen auf der Straße niedergeschlagen und dessen Kopfhörer gestohlen habe, so Schabacker.

In der Kriminalitätsstatistik 2012 hatte die Zahl der Raubüberfälle abgenommen. Danach gab es 232 Delikte, 44 weniger als 2011. „Raub ist ein Verbrechenstatbestand, der mit einer Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft wird“, verdeutlicht der Polizeisprecher.

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