Besucher im Schlossgarten waren angeblich gefährdet
Uni rechtfertigt Kahlschlag an uralter Buche

Münster -

Münster. Die Universität verteidigt die radikale Beschneidung der über 200 Jahre alten Blutbuche im Schlossgarten. Der Baum sei zu großen Teilen bereits abgestorben, die Äste könnten herunterfallen und Besucher verletzten.

Mittwoch, 19.06.2013, 10:06 Uhr

Stark beschnitten: die alte Blutbuche am Schloss.
Stark beschnitten: die alte Blutbuche am Schloss. Foto: ah

So viel steht fest: Die Gärtner der Universität haben die 230 Jahre alte Blutbuche im Schlossgarten nicht aus einer bloßen Laune radikal mit der Kettensäge bearbeitet. „Wir haben die Verkehrssicherungspflicht“, betont Universitätssprecher Norbert Robers . Damit haftet die Hochschule, wenn Besuchern des Schlossgartens Äste auf den Kopf fallen und so womöglich Menschen schwer verletzt oder gar erschlagen werden.

Diese Befürchtungen hätten bei der Blutbuche bestanden, sagt Robers und tritt Schlossgarten-Besuchern entgegen, die sich entsetzt von der plötzlichen Aktion zeigten (WN, 4. 4.).

Der schon seit Jahren kränkelnde Baum sollte eigentlich bei seinem natürlichen Verfall von den Besuchern des Parks beobachtet werden können. Ein ausführlich beschriftetes Schild, das immer noch dort steht, weist darauf hin, darüber hinaus war der Baum mit einem Zaun abgesichert.

Dieser sei allerdings viel zu niedrig, fanden die Gärtner der Uni, die für die Pflege der Bäume im Schlossgarten Sorge tragen. Kinder könnten mühelos darübersteigen. Die Blutbuche sei zehn Meter unterhalb der Krone vollkommen abgestorben gewesen. Die Gefahr, dass bei einem stärkeren Wind ein größeres morsches Stück Holz hinunterfalle, sei nach Einschätzung des verantwortlichen Abteilungsleiters groß gewesen, so Robers. Bevor die Säge angesetzt wurde, gab es keine Absprache – etwa mit dem Botanischen Garten oder der Gartenbaufirma, die laut Beschilderung gemeinsam mit der Universität für den besonderen Schutz des Baumes verantwortlich zeichneten. Was die Universität rechtfertigt – denn schließlich hafte sie allein für die Sicherheit.

Der Stumpf der Blutbuche soll nun vorerst stehen bleiben, obgleich der natürliche, langsame Alterungsprozess nun jäh unterbrochen wurde. Ob das Schild, das davon erzählt, stehen bleibt, ist noch ungewiss.

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