Gefängnis-Neubau: Liste der Standorte fast fertig
Ratsfraktionen werden Anfang Mai informiert

Münster -

Eine Vorentscheidung, in welchem Stadtteil der millionenschwere Neubau der Justizvollzugsanstalt (JVA) Münster errichtet werden soll, steht unmittelbar bevor. Nach WN-Informationen werden die Ratsfraktionen in gut zwei Wochen die Liste mit den möglichen Standorten bekommen, die mit grün, gelb oder rot bewertet worden sind. Am gleichen Tag sollen Oberbürgermeister Markus Lewe und der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) als Bauherr zu einer Pressekonferenz einladen, war am Dienstag zu erfahren. Die Politik wird sich im Mai mit den möglichen Standorten beschäftigen.

Mittwoch, 17.04.2013, 12:04 Uhr

JVA Münster
Standortsuche: Münsters Gefangene sollen künftig nicht mehr in der Gartenstraße untergebracht werden. Foto: Matthias Ahlke

Noch am Montag waren JVA-Leiterin Maria Look und ihr Stellvertreter Rolf Silwedel unterwegs, um mögliche Standorte im Stadtgebiet zu besichtigen. Mit in der Findungskommission sitzen das Landesjustizministerium, der BLB und die Stadt. Die Verwaltung hatte über 30 Standorte vorgeprüft, rund ein Dutzend soll in der Liste mit grün bewertet sein.

Ausschlaggebend wird die verkehrsgünstige Lage sein. Alte Kasernenflächen sollen nicht relevant sein, weil sich langwierige Konversionsprozesse mit dem ohnehin komplizierten Planungsverfahren für den Gefängnis-Neubau beißen würden. Damit wäre das mal heiß gehandelte Gelände der ehemaligen Lützow-Kaserne in Handorf endgültig außen vor.

Die neue Justizvollzugsanstalt , die an die 200 Millionen Euro kosten wird, soll mit 700 Haftplätzen und 60 weiteren Plätzen für den Jugendarrest größer als das vor 160 Jahren gebaute Gefängnis an der Gartenstraße sein. Dort gibt es 528 Insassen. 42 weitere Männer, die in Untersuchungshaft in Coesfeld sitzen, gehören ebenfalls der JVA Münster an. Diese Filiale soll mit dem Neubau aufgegeben werden, war im Düsseldorfer Justizministerium zu hören. Klar ist, dass die neue JVA auf städtischem Gebiet realisiert wird und nicht in einem der angrenzenden Nachbarkreise. Schließlich sei das Gefängnis mit Hunderten Bediensteten ein Wirtschaftsfaktor.

Bei den Häftlingen sei der Neubau kein Thema, sagt JVA-Leiterin Maria Look. „Das dauert bestimmt noch fünf Jahre. Bis dahin hoffen die meisten, wieder draußen zu sein.“  

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