Kinderuni
Warum Wohlklang mit Mathe zu tun hat

Münster -

Münster. Mit Begeisterung verfolgten viele „Jungstudenten“ die erste Kinderuni-Vorlesung im neuen Semester. Nachwuchswissenschaftler zeigten auf der Bühne mit ihren Instrumenten, wie sich die Wellenlängen bei unterschiedlichen Tonhöhen verändern.

Freitag, 19.04.2013, 18:04 Uhr

Der elfjährige David Funke demonstrierte mit Hilfe einer Posaune, wie sich Wellenlängen verkürzen, wenn ein Ton höher wird.
Der elfjährige David Funke demonstrierte mit Hilfe einer Posaune, wie sich Wellenlängen verkürzen, wenn ein Ton höher wird. Foto: Matthias Ahlke

Erst glaubt man ein startendes Flugzeug zu hören, dann wird der Ton immer tiefer, beginnt zu vibrieren und zu rasseln. So klingt also das Echo des Urknalls. „Das wird ein echtes Highlight der Vorlesung“, hatte der Physiker Prof. Michael Klasen angekündigt, und er behielt recht. Die gut 400 Schülerinnen und Schüler, die der ersten Vorlesung der Kinder-Uni in diesem Semester folgten, waren schwer beeindruckt.

Doch es war beileibe nicht das einzige Highlight. Eindrucksvoll erklärte Klasen, wie Töne entstehen und warum Musik schöner ist als ein Knall. Dabei assistierten ihm seine Tochter Teresa (10) auf der Geige und David. Der Elfjährige demonstrierte mit einer Posaune und mit Hilfe eines Oszillators, wie sich Wellenlängen verkürzen, wenn ein Ton höher wird.

Teresa konnte auf der Geige ganz genau zeigen, warum wir bestimmte Töne als schön wahrnehmen: Wird eine Oktave gespielt, verkürzt der Finger der Spielerin die Saite um genau die Hälfte. Bei einer Quinte sind es zwei Drittel, bei einer Quart drei Viertel der Länge. Harmonische Musik folgt also harmonischen mathematischen Gesetzen.

Mit Liedern wie „Zum Geburtstag viel Glück“ und „Bruder Jakob“ durften sich auch die Juniorstudierenden im Alter zwischen acht und zwölf Jahren musikalisch betätigen. Prof. Klasen, der selbst gerne musiziert, zeigte sich zufrieden mit dem überraschend wohltönenden Ergebnis.

Und dann ließ er zum Schluss die Star-Wars-Fanfare durch den Hörsaal schallen. Wer bei „Bruder Jakob“ noch nicht aufgewacht war, war es jetzt bestimmt. Aber bei dieser anregenden und spannenden Vorlesung hatte sowieso kein Kind ein Auge zugetan.

Die nächste Vorlesung findet am Freitag (10. Mai) wie immer um 16.15 Uhr im Hörsaal H1, Hörsaalgebäude Schlossplatz 46, statt. Der Historiker Prof. Thomas Großbölting erklärt am 80. Jahrestag der Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten, warum Papier und Druckerschwärze so gefährlich sind, dass sich Diktatoren davon bedroht fühlen.

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