Mehrere Gründe
Zigarette kommt aus der Mode: Zahl der jungen Raucher nimmt ab

Münster -

In der Kultserie „Mad Men“ rauchen die Menschen unentwegt. Sie qualmen bei der Arbeit, im Flieger, beim Essen und im Bett. Selbst mit kugelrundem Babybauch. Die Zigarette schien in den 1960er-Jahren das Lifestyle-Accessoire überhaupt zu sein. Anders als heute: Unter Jugendlichen kommt das Rauchen nämlich aus der Mode.

Montag, 08.04.2013, 19:04 Uhr

Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat die Zahl der rauchenden Jugendlichen in den letzten zehn Jahren bundesweit immer mehr abgenommen. Während 2001 fast ein Drittel der Zwölf- bis 17-Jährigen zur Zigarette griff, qualmten 2011 nur noch zwölf Prozent.

Ein Selbstversuch

Für meine Recherche habe ich noch einen kleinen Selbstversuch gewagt. Und zwar habe ich bei Facebook ein Foto von mir eingestellt, auf dem ich mir eine Zigarette anzünde. Darauf reagierten einige meiner Freunde richtig geschockt: „Marie, du rauchst? Seit wann das denn? Oh Gott! Warum?“ Ein paar Tage ließ ich das „Skandalbild“ auf der Seite stehen. Dann nahm ich es wieder raus. Die Zeiten, in denen die Zigarette ein Lifestyle-Accessoire gewesen ist, sind wohl wirklich vorbei. -röv-

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Und auch bei den 18- bis 25-Jährigen ist eine Trendwende erkennbar. Wenn auch nicht so stark. Rauchte von ihnen im Jahr 2001 noch beinahe die Hälfte, waren es vor zwei Jahren 37 Prozent. Das ist erstaunlich und führt zu der Frage: Woran liegt das?

Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung ist nach Meinung von Experten die kontinuierliche Erhöhung der Tabaksteuer. „Wenn die Schachtel Zigaretten teurer wird, hat das bei Jugendlichen einen sehr großen Effekt“, bestätigt Dr. Axel Iseke vom Gesundheitsamt der Stadt Münster. Immerhin kostete eine Packung vor zehn Jahren noch drei statt fünf Euro – und diesen Preisanstieg merken vor allem junge Menschen in ihrem Portemonnaie. Der 17-jährige Schüler Nils Schepers lässt vor allem deswegen die Finger von der Zigarette. „Ich habe nichts gegen das Rauchen, aber für das Geld wäre es mir alleine schon zu teuer.“

Wirkungsvoll waren in den letzten Jahren auch Kampagnen, die den Mädchen und Jungen auf altersgerechte Weise vermittelten: Rauchen lässt eure Haut altern, es hemmt die Fitness, macht weder dünn noch cool und stört beim Knutschen. Statt strikter Verbote kamen diese Botschaften bei den Teenagern an.

Das Ergebnis sieht auch die Schülerin Antonia Tolzin (17). „Generell wird in meinem Bekanntenkreis weniger geraucht. Nur am Wochenende gibt es noch viele Partyraucher“, erzählte sie. Obwohl auch das seit den Rauchverboten in Kneipen weniger werde. „Dadurch findet das Rauchen nämlich nicht mehr mitten im Leben statt“, erklärte Iseke.

Im Gegenteil: Zum Qualmen müssen die Leute raus vor die Tür. Schick ist das nicht.

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