Studentenwerk außen vor
Hochhaus am Bahnhof: Investoren wollen Gebäude selbst vermieten

Münster -

Bei der Nutzung des geplanten Hochhauses am Hauptbahnhof ist das Studentenwerk außen vor. Nachbarn sehen das kritisch, weil das Studentenwerk als Vermieter die Chance geboten hätte, mögliche soziale Fehlentwicklungen an dem sensiblen Standort zu unterbinden.

Samstag, 13.04.2013, 17:04 Uhr

Über die Optik des geplanten Hochhauses am Hauptbahnhof wurde bislang mehr diskutiert als über die Nutzung. Das Studentenwerk ist als Nutzer außen vor, was von den Nachbarn kritisch gesehen wird.
Über die Optik des geplanten Hochhauses am Hauptbahnhof wurde bislang mehr diskutiert als über die Nutzung. Das Studentenwerk ist als Nutzer außen vor, was von den Nachbarn kritisch gesehen wird. Foto: Deilmann Planungsgesellschaft

40 Meter? Oder 45 Meter? Oder gar 50 Meter? Viel ist darüber diskutiert worden, wie hoch das geplante Wohngebäude auf dem Gelände des ehemaligen Metropolis-Kinos am Hauptbahnhof werden soll. Irgendwann pendelte sich die politische Debatte dann bei 45 Meter ein.

Eines ist dabei komplett in Vergessenheit geraten: Das ursprünglich an dieser Stelle geplante Studentenwohnheim wird es de facto nicht geben. Auf jeden Fall bestätigte Achim Wiese vom Studentenwerk auf Anfrage unserer Zeitung, dass das Studentenwerk zwar unverändert an dem Standort interessiert sei, es aber keine Kontakte zu dem Investoren-Duo Rainer Kresing und Andreas Deilmann gebe.

„Eine Zusammenarbeit mit dem Studentenwerk würde die Sache unnötig kompliziert machen“, nannte Deilmann seinerseits den Grund, warum ein klassisches Studentenwohnheim in Trägerschaft einer öffentlich-rechtlichen Einrichtung nicht mehr geplant sei.

Vielmehr möchten die beiden Investoren den Neubau in eigener Regie vermieten. Konkret geht es um rund 150 Appartements mit einer Größe von 25 bis 28 Quadratmetern. Auch wenn Deilmann davon ausgeht, dass dieses Angebot vorzugsweise junge, hoch mobile Menschen ansprechen dürfte, so ist eine Fixierung auf Studierende nicht geplant. Deilmann: „Es geht an diesem Standort um Single-Wohnungen.“ Man könnte hinzufügen: Und nicht um ein Studentenwohnheim.

Peter Cremer, Sprecher der Anlieger am Hauptbahnhof, würde eine Zusammenarbeit der Investoren Deilmann/Kresing mit dem Studentenwerk sehr begrüßen. Viele der bestehenden Vorbehalte in der Nachbarschaft gegenüber dem Bauvorhaben hätten sich dann erledigt.

Befürchtet wird, dass einzelne Appartements für Prostituierte angemietet werden und sich in dem Hochhaus ein Rotlicht-Milieu ausbreitet. Kommentar von Deilmann dazu: „Das ist der größte Quatsch.“ Er verweist darauf, dass das Appartementgebäude eine durchgehend besetzte Rezeption erhalten soll.

Achim Wiese sichert derweil zu, dass es bei einer Vermietung des Gebäudes über das Studentenwerk eine „strikte Begrenzung auf Studierende und Gastprofessoren“ gebe werde. Die Mietdauer sei an die Studienzeit gekoppelt, Untervermietungen seien untersagt. „Das kontrollieren wir auch“, so Wiese.

Aktuell läuft die sogenannte Bauleitplanung. Am Ende des Verfahrens, voraussichtlich 2014, werden die Kommunalpolitiker über das Projekt entscheiden.

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