18. Drehorgeltreffen im Mühlenhof-Freilichtmuseum
Orgeln mit ganz neuem Dreh

Münster -

Beim 18. Drehorgeltreffen im Freilichtmuseum Mühlenhof kamen Orgelspieler aus ganz Deutschland zusammen. Die meisten Orgeln funktionieren mittlerweile mit anspruchsvoller Elektronik.

Sonntag, 26.05.2013, 18:05 Uhr

Alte Orgeln mit moderner Technik: Beim 18. Drehorgeltreffen im Freilichtmuseum Mühlenhof kamen Orgelspieler aus ganz Deutschland zusammen. Die meisten Orgeln funktionieren mittlerweile mit anspruchsvoller Elektronik.
Alte Orgeln mit moderner Technik: Beim 18. Drehorgeltreffen im Freilichtmuseum Mühlenhof kamen Orgelspieler aus ganz Deutschland zusammen. Die meisten Orgeln funktionieren mittlerweile mit anspruchsvoller Elektronik. Foto: jvg

Die Besucher trauten ihren Ohren kaum, erschallten doch auf einmal bekannte Lieder aus den Charts und beliebte Schlager inmitten der ehrwürdigen Gebäude des Mühlenhof-Freilichtmuseums. Da ertönte Johnny Cash mit „Ring of Fire“, Elton John mit „Circle of Life“ oder Helene Fischer mit „Fieber“ in bester Pfeifenqualität. Zum 18. Drehorgeltreffen hatten sich im Mühlenhof Orgler aus ganz Deutschland eingefunden – und überraschten die Zuschauer mit angesagter Musik und modernster Technik.

»Einen Mittelklassewagen kann man bei so einer Orgel schon gegenrechnen.«

Jutta Lechtenfeld

Die von alten Jahrmärkten bekannten Leierkästen haben es nämlich in sich – und zwar anspruchsvolle Elektronik. Die äußerlich restaurierten und historischen Orgeln funktionieren ähnlich wie eine Jukebox. Lieder aller Art und jeden Stils sind auf einem Computerchip gespeichert und können anhand von Zahlencodes angewählt werden. Bis zu 4000 Titel sind ohne Weiteres möglich. „Die Elektronik verteilt dann die Impulse der Musik“, erklärt Drehorgelspieler Josef Lechtenfeld. Ein Controller steuert die Ventile in der Windlade mit kleinen Elektromagneten direkt an und schließt beziehungsweise öffnet diese digital.

Drehorgelfest im Mühlenhof

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    Foto: Jennifer von Glahn
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Mit der alten Lochrollentechnik waren gerade mal bis zu fünf Lieder im Programm. „Für die jetzige Musikauswahl wäre also ein Anhänger voller Lochrollen nötig gewesen“, schmunzelt Lechtenfeld.

So ein Umbau ist allerdings kostspielig. „Einen Mittelklassewagen kann man bei so einer Orgel schon gegenrechnen“, so Orgelspielerin Jutta Lechtenfeld . Ihr eigenes Modell kostet gute 8000 Euro, Das Luxusmodell ihres Mannes schlägt mit 12 000 Euro zu Buche. Dafür kann sie sogar andere Orgeln per Funk ansteuern, sodass alle Geräte miteinander synchron spielen. Nur drehen muss man immer noch selber. „Das gibt richtig Mukkis in den Armen“, lacht Jutta Lechtenfeld.

30 Kilogramm Gewicht sind bei einer Drehorgel keine Seltenheit. Geblieben ist der Stoffaffe, der auf fast jeder Orgel im Mühlenhof zu finden war. „Früher hat man Affen dressiert, die dann die Groschen aufgehoben haben“, erklärt Spielerin Christel Reichelt die alte Tradition der Drehorgelspieler. Für die modernen Geräte müssten die Liebhaber aber einiges an Kleingeld einsammeln.

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