„Es gibt eine muslimische Parallelgesellschaft“
Islamkritische Tagung drehte sich um Menschenrechte

Münster -

Zwangsehen, Ehrverbrechen und Homophobie – über diese Themen sprachen vier Referenten am Samstag auf einer islamkritischen Tagung in Münster.

Dienstag, 21.05.2013, 12:05 Uhr

Psychologe
Psychologe Foto: röv

Ursprünglich hatte die studentische Gruppe „Free Minds Münster “ eine Veranstaltung dieser Art organisiert, aber ihr Vorhaben sei an der Universitäts-Leitung und muslimischen Kommilitonen gescheitert, berichteten die Veranstalter. Daher seien der Verein „peri“ und die Gesellschaft „Gam“ aktiv geworden, die sich für den Schutz von Menschenrechten einsetzen.

„Trotz der Integrationsdebatte gibt es in Deutschland eine muslimische Parallelgesellschaft mit einem eigenen Rechtssystem“, sagte Serap Cileli . Sie setzt sich seit Jahren für die Rechte muslimischer Frauen ein und ist 2005 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Sie forderte, dass das Kopftuch an staatlichen Schulen verboten wird, weil es die Unterdrückung der muslimischen Frau am deutlichsten symbolisiere.

Warum immer wieder muslimische Frauen unterdrückt würden, erklärte der Psychologe Ahmad Mansour . Ihm zufolge würden junge Männer in einer patriarchalischen Familienstruktur – wie es sie in der islamischen Kultur oft gebe – so autoritär erzogen werden, dass sie sich nicht entfalten könnten und so ein schwaches Selbstbild entwickeln würden.

Weil in ihnen die Angst vor Zurückweisung schlummere, sei den muslimischen Frauen im Laufe der Jahre eine minderwertige Rolle zugeschrieben worden, die ihnen so wenig emotionale Macht wie möglich über den Mann gebe. In diesem System laute die Regel: Die Frau gehorche dem Mann – und der Mann gehorche Gott. Ohne Widerspruch. „Und dabei ist es das Gefährlichste, was in einer Demokratie passieren kann, nicht kritisch zu denken“, sagte Mansour.

Nach ihm sprach Dr. Daniel Krause über die Diskriminierung von Homosexuellen in der islamischen Kultur. Als Sozialarbeiter habe er ein lesbisches muslimisches Mädchen kennengelernt, das in den Iran geschickt und zwangsverheiratet werden sollte. Wenige Monate später erfuhr er, dass sie sich umgebracht habe. Für Frauen und Homosexuelle sei der arabische Frühling nicht mehr gewesen als ein schwarzer Herbst.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1669907?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F1753750%2F1753751%2F
Reaktion auf Vandalismus und Diebstähle: Videokameras am Schulzentrum
Die Schäden durch Einbrecher sind im Hiltruper Schulzentrum groß. Immer wieder gibt es Diebstahl und Vandalismus zu beklagen. Eine Videoüberwachung soll Abhilfe schaffen. Die Polizei wurde im Jahr 2017 hundertmal zum Schulzentrum gerufen.
Nachrichten-Ticker