„Gebautes Facebook für die Online-Generation“
Studenten-Arena ersetzt alten Eispalast

Münster -

Münster. Die alte Eishalle an der Steinfurter Straße soll einer Studenten-Arena weichen. Die Firma Leoland plant auf dem 14 000 Quadratmeter großen Areal eine studentische Wohnanlage, die in Rundbauweise mit bis 500 Appartements entstehen soll. Der „Burger King“ wird integriert. 

Dienstag, 14.05.2013, 14:05 Uhr

Der „Burger King“ an der Steinfurter Straße wird bleiben, die Eishalle dahinter abgerissen. Auf dem 14 000 Quadratmeter großen Areal soll eine mehrgeschossige Wohnanlage für Studenten mit Hunderten Wohnungen entstehen, die die Filiale der Schnellimbisskette integriert.
Der „Burger King“ an der Steinfurter Straße wird bleiben, die Eishalle dahinter abgerissen. Auf dem 14 000 Quadratmeter großen Areal soll eine mehrgeschossige Wohnanlage für Studenten mit Hunderten Wohnungen entstehen, die die Filiale der Schnellimbisskette integriert. Foto: Oliver Werner

Die Eishalle an der Steinfurter Straße ist für immer geschlossen. Die Firma Leoland hat das 14 000 Quadratmeter große Areal für drei Millionen Euro gekauft und plant dort nach eigenen Angaben die „größte bisher bekannte studentische Wohnanlage Deutschlands“. Anfang 2014 soll gebaut werden, wenn die Kommunalpolitik mitspielt.

Der Clou bei dem Bauvorhaben: Die bis zu 500 voll eingerichteten Wohneinheiten sollen in ihrer „Face to Face-Architektur“ laut Projektentwickler Heijo Bierbaum „ein soziales Netzwerk in 3D werden – ein gebautes Facebook für die Online-Generation“. Die gesamte Anlage wird auf moderne Kommunikationsmöglichkeiten ausgerichtet sein. So sollen sich die Türen mit dem Smartphone öffnen lassen. Wenn man sich einloggt, soll sichtbar werden, dass man zu Hause ist. „Wir wollen sämtliche Chancen, die die Digitalisierung bietet, nutzen“, sagt Bierbaum.

Die modernen Wohnungen sollen alle gleich groß sein (21 Quadratmeter) und gleich eingerichtet werden. Kalkuliert wird mit 400 Euro warm – ein Mietpreis, der laut Bierbaum in Abstimmung mit dem Studentenwerk entstanden sei.

Zweimal hat sich die Politik in nichtöffentlicher Sitzung bereits mit den Plänen beschäftigt – und bislang grundsätzlich grünes Licht für die Wohnanlage „Leo“ gegeben, die ihren Namen vom benachbarten Leonardo-Campus ableitet.

Bierbaum, Geschäftsführer von Leoland und Inhaber des in Münster ansässigen Unternehmens Promotex, bestätigt, dass er mit der Stadtverwaltung im engen, fortgeschrittenen Kontakt sei. Danach soll die studentische Wohnanlage in Rundbauweise mit bis zu sechs Geschossen entstehen. Im Inneren dieser „Studenten-Arena“ sei ein grüner Kommunikationshof vorgesehen.

Die 30 Jahre alte Eishalle wird abgerissen; der benachbarte „Burger King“ integriert. In den Stockwerken darüber soll ein „Boardinghouse“, ein Hotel mit Drei-Sterne-Niveau für Kurzzeitbewohner aus dem Uni-Umfeld, entstehen. Die Vermietung will die Firma Leoland übernehmen.

Bierbaum hatte im vergangenen Frühjahr mit seiner Vision von studentischem Wohnen auf schwimmenden Pontons im Stadthafen II für Aufsehen gesorgt. Nachdem sich das Leben auf dem Wasser nicht realisieren ließ, entwickelte er die „Leo“-Pläne.

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