Islamische Theologie
Spender für Uni-Moschee gesucht

Münster -

Der Leiter des Zentrums für islamische Theologie, Prof. Mouhanad Khorchide, hat bei der Spendersuche für den Bau einer Moschee für die Hochschule Kontakt zu islamischen Stiftungen aufgenommen. Vier Millionen Euro sind nötig, um ein Gebäude für Forschung und Lehre sowie ein muslimisches Gotteshaus zu errichten.

Freitag, 03.05.2013, 11:05 Uhr

Prof. Mouhanad Khorchide
Prof. Mouhanad Khorchide Foto: xxx

Im Herbst vergangenen Jahres zeigte sich der islamische Theologe Prof. Mouhanad Khorchide optimistisch. Innerhalb eines Jahres werde er voraussichtlich rund vier Millionen Euro an Spenden für den Bau des Zentrums für islamische Theologie mit einer Moschee für die muslimischen Studierenden und Wissenschaftler der Universität gesammelt haben, sagte Khorchide damals den WN.

Die Sammlung der Spenden läuft, die Pläne für den Bau der Universitätsmoschee in der Innenstadt haben sich aber seither nicht konkretisiert.

„Der Leiter des Zentrums für islamische Theologie, Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, hat Kontakt zu mehreren islamischen Stiftungen aufgenommen“, sagt Universitätssprecher Norbert Robers . „Parallel dazu versichert sich die Universität der Seriosität der Stiftungen“, fügt er hinzu. Diese Gespräche seien allerdings noch nicht abgeschlossen.

Khorchide hatte im Herbst erläutert, islamische Stiftungen in den arabischen Ländern und Indonesien hätten Interesse geäußert, den Bau der Moschee und des Zentrums für islamische Theologie zu unterstützen. Pläne für den Bau, der nach ersten Überlegungen auf dem Uni-Gelände am Bispinghof seinen Standort finden sollte, gibt es nach Darstellung der Universität weiterhin nicht.

Das Zentrum für Islamische Theologie wartet unterdessen immer noch auf die Konstituierung seines Beirats (WN, 6.3.). Seit mehreren Monaten liegt ein Personalvorschlag für die Besetzung des achten Sitzes bei der Bundesregierung , die das Zentrum finanziell fördert. Ein früher vorgeschlagener Bewerber war wegen Bedenken des Verfassungsschutzes abgelehnt worden.

Versuche, den Beirat mit nur sieben Mitgliedern zu konstituieren, schlugen bisher fehl. Die Universität betont, dass die Fördermittel für das Zentrum trotzdem fließen. Der Beirat muss, ähnlich wie die christlichen Kirchen in ihren jeweiligen Universitätsfakultäten, zustimmen, wenn Professoren berufen werden. Für den seit dem vergangenen Wintersemester am Zentrum lehrenden Dr. Milad Karimi, vorgesehen für die Professur für islamische Philosophie und Mystik, bedeutet das, dass er formal vorerst lediglich eine Vertretungsprofessur innehat – sich also selbst vertritt.

Die Lehre und Forschung der Einrichtung sei durch das Fehlen des Beirats nicht beeinträchtigt, betont Uni-Sprecher Norbert Robers. Das Zentrum für islamische Theologie, das gemeinsam mit der Universität Osnabrück betrieben wird, ist eine von vier vom Bund geförderten Einrichtungen. Die Beiräte an den anderen Hochschulen wurden ohne größere Probleme gebildet.

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