Ladenöffnungszeiten
Brötchen und Blumen an Pfingstsonntag

Münster -

Jahrelang mussten Verbraucher jeweils am ersten Pfingsttag, am Ostersonntag und am ersten Weihnachtstag auf frische Brötchen und Blumen verzichten. Am Samstag tritt nun ein neues Ladenöffnungsgesetz in Kraft, das zur alten Regelung zurückkehrt und den Verkauf jeweils am ersten Feiertag zulässt. Dafür bleiben die Läden am zweiten Tag geschlossen. Und Supermärkte dürfen generell samstags nur noch bis 22 Uhr öffnen.

Freitag, 17.05.2013, 01:05 Uhr

Pfingstsonntag werden Bäckereien und Floristen wieder wie früher an Feiertagen öffnen dürfen. Dafür greift Bäckermeister Dirk Limberg (r.) jetzt Pfingstmontag auf seine bewährte Methode der Brötchenvorbestellung zurück, die in drei Filialen abgeholt werden können.
Pfingstsonntag werden Bäckereien und Floristen wieder wie früher an Feiertagen öffnen dürfen. Dafür greift Bäckermeister Dirk Limberg (r.) jetzt Pfingstmontag auf seine bewährte Methode der Brötchenvorbestellung zurück, die in drei Filialen abgeholt werden können. Foto: jvg

Bäcker und Floristen in Münster atmen auf, denn sie dürfen erstmals – wie überall in Nordrhein-Westfalen – Pfingstsonntag wieder ihre Geschäfte öffnen. Dafür müssen die Verkaufsstellen aber am zweiten Feiertag geschlossen bleiben. Das neue Ladenöffnungsgesetz in Nordrhein-Westfalen tritt passend am Samstag (18. Mai) in Kraft – und wirkt sich aber auch auf Supermärkte wie den von Gerd Liemen am Hansaring in Münster aus. Liemen darf künftig sein Geschäft am Samstag nur noch bis 22 Uhr öffnen. Eine Reduzierung der Öffnungszeiten an diesem Tag sieht ebenfalls das neue Ladenöffnungsgesetz vor.

Wie sich diese Änderung auswirken wird, vermag Marktleiter Stefan Hennig heute aber noch nicht zu sagen. Der Samstag sei eigentlich ein besonders guter Tag, betont er, außerdem hätten sich die Kunden an die Öffnung bis Mitternacht gewöhnt.

Im Rewe-Markt Liemen am Hansaring wurde die Nachtschicht bereits im November 2008 eingeführt. Liemen galt damals in Münster unter allen Supermärkten als Vorreiter.

Während Kreisgärtnermeister Martin Dahlmann die Novellierung des Gesetzes begrüßt und als vorteilhaft für die Branche der Floristen bezeichnet, ist „Bäckerrebell“ Dirk Limberg, Inhaber der münsterischen Stadtbäckerei, durchaus nicht zufrieden. Ginge es nach ihm, dann würde er auch am zweiten Feiertag seine Läden öffnen und Brötchen verkaufen. „Die Leute wollen Qualität“, begründet der Bäckermeister seine Haltung und kritisiert die Politik. Dass jährlich 90 000 Teiglinge aus China kommen, so Limberg, spiele wohl keine Rolle. Besonderen Geschmack aber hat seiner Ansicht nach der Brötchenverkauf am zweiten Feiertag an Tankstellen und in Bahnhöfen. Dies fällt unter Reisebedarf und sei erlaubt. Limberg empfindet diese Regelung als Ungleichbehandlung. Eigentlich müssten Reisende ihre Fahrkarte vorweisen oder tanken.

Kreisgärtnermeister Martin Dahlmann erwartet, dass gerade am ersten Feiertag der Bedarf an Blumen sehr viel größer sein wird als am zweiten Feiertag. „Meistens werden die Menschen am ersten Feiertag eingeladen.“

„Die Rückkehr zur alten Regelung stößt auf große Resonanz“, sagt auch Jens von Lengerke von der Industrie und Handelskammer Nord Westfalen. Der stellvertretende Geschäftsführer und Experte für den Handel hörte sich vor den Diskussionen über eine Änderung des Ladenöffnungsgesetzes NRW unter anderem in der Floristenbranche um. Die Rückkehr zur alten Regelung, die bis zum Jahr 2007 gültig war, werde dort begrüßt. Lengerke berichtet von einer Verunsicherung der Betriebe. Viele fragten nach, wann das neue Gesetz nun tatsächlich in Kraft treten werde.

Jens von Lengerke berichtet zudem über eine weitere grundsätzliche Änderung. Vorgeschrieben wird, dass Sonderregelungen für Ladenöffnungszeiten an Sonn- und Feiertagen künftig einen Grund haben müssen (Anlassbezug). In Münster, so von Lengerke, sei dies kein Problem. Das Hansemahl der Kaufleute könnte ein Grund für einen verkaufsoffenen Sonntag sein. Weitaus schwieriger werde es für den Handel in kleineren Gemeinden, so der Fachmann von der IHK, der im Vorfeld der Änderungen im Ladenöffnungsgesetz stellvertretend für alle Kammern mit Landespolitikern gesprochen hat.

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