Landfahrerplatz in Nienberge
Roma dürfen vorerst bleiben

Münster-Nienberge -

Die Roma-Familien können zunächst auf dem Landfahrerplatz bleiben. Dies entschied die Stadtverwaltung am Donnerstag, obwohl der Platz eigentlich für Dauercamper gesperrt bleiben sollte.

Freitag, 03.05.2013, 13:05 Uhr

 Roma in Nienberge.
 Roma in Nienberge. Foto: eb

Die Roma-Familien können zunächst auf dem Landfahrerplatz bleiben. Dies entschied die Stadtverwaltung am Donnerstag, obwohl der Platz eigentlich für Dauercamper gesperrt bleiben sollte. Sofern die Roma weiter auf dem Grundstück an der Steinfurter Straße / Ecke Vorbergweg bleiben, sollen in der kommenden Woche wie im Vorjahr mobile Toiletten aufgestellt werden. Auch die Entsorgung der Abfälle werde dann angemessen geregelt, kündigte der städtische Pressesprecher Joachim Schiek an.

Nach Einschätzung der Stadtverwaltung ist der Landfahrerplatz nur für den vorübergehenden Aufenthalt geeignet. Für Kinder sei die Fläche unter anderem wegen „hygienisch unhaltbarer Zustände durch Vermüllung“ nicht geeignet.

„Sollte sich in der kommenden Woche zeigen, dass auch Kinder weiterhin dort leben, ist zu klären, wie darauf angemessen zu reagieren ist“, schreibt die Stadt. Den Familien mit Kindern sollen dann Angebote gemacht werden wie „Unterstützung für eine Rückkehr, um einen längeren Aufenthalt zu vermeiden“, kündigt die Stadt an. Das Ziel sei, dass Kinder den Platz „kurzfristig wieder verlassen“.

Der Verwaltungsvorstand habe nach den Erfahrungen im vergangenen Jahr, als eine größere Gruppe von Menschen längere Zeit auf dem Landfahrerplatz lebte, entschieden, „dass der Platz nicht für Familien mit Kindern zur Verfügung steht“, erläutert Schiek.

Die Stadtverwaltung unterscheide zwischen auf diesem Platz unerwünschten Dauercampern und der Zielgruppe, für die das Gelände gedacht ist: Dies sind Landfahrer, die den Platz jeweils nur wenige Tage nutzen und Toiletten und Waschgelegenheiten in ihren Wohnwagen haben, berichtete Schiek. „Bei der Gruppe, die sich aktuell auf dem Landfahrerplatz aufhält, handelt es sich allem Anschein nach nicht um Landfahrer, sondern wie 2012 um Menschen aus Südosteuropa , die dort als ,Dauercamper‘ längere Zeit bleiben wollen“, erklärt Schiek. Über leere Gebäude, die hierfür genutzt werden könnten, verfüge die Stadt nicht.

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