Nachzahlung für die Stadt
500 000 Euro für Zweckentfremdung der Eishalle

Münster -

Der geplante Bau von Studentenappartements auf dem Geländes der früheren Eissporthalle wird der Stadt Münster eine Nachzahlung in Höhe von 500 000 Euro bescheren. Zugleich aber gibt es bei den Ratsparteien eine massive Verärgerung darüber, dass die Spitze der Stadtverwaltung diese wichtige Information den Kommunalpolitikern erst auf intensive Nachfrage der Grünen zukommen ließ.

Donnerstag, 16.05.2013, 11:05 Uhr

Nach Recherchen unserer Zeitung handelt es sich bei dem Grundstück, auf dem die Eissporthalle steht, um eine ehemals städtische Immobilie, die zunächst verpachtet und 1999 dann verkauft wurde. Zu den im Grundbuch abgesicherten Vereinbarungen gehörte seinerzeit, dass die Nutzung der Fläche für eine Eissporthalle bis 2029 festgeschrieben wurde. Für den Fall einer anderweitigen Nutzung wurden 500 000 Euro Aufpreis vereinbart, um eine „Zweck­entfremdung des Grundstücks“ zu verhindern. Beim geplanten Bau von Studentenwohnungen wird das Geld fällig.

Bereits seit Monaten klagt der Betreiber der ehemaligen Eissporthalle darüber, dass der Betrieb unrentabel geworden sei, sodass es 2013/2014 keine neue Eissaison geben soll. Um die Eishalle dauerhaft nutzen zu können, wären erhebliche Investitionen erforderlich.

Jetzt möchte der Projektentwickler Heijo Bierbaum in Wohnungen für Studenten investieren. Voraussetzung indes ist, dass der Rat einer entsprechenden Änderung des Bebauungsplanes zustimmt.

Wie zu hören ist, ziehen sich über dem Projekt aber dunkle Wolken zusammen, weil es die Ratsparteien als Affront empfinden, dass die Stadtverwaltung ihnen die Nachzahlung verschweigen wollte. „Das Vertrauensverhältnis ist nachhaltig gestört“, so ein Ratsmitglied gegenüber unserer Zeitung.

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