Reise ins Herz der Computerwelt
Münsteraner knüpft Kontakte ins Silicon Valley

Münster -

Dominik Tobschall, Gründer der fruux GmbH, ist soeben aus dem kalifornischen Silicon Valley zurückgekehrt. Dort traf der IT-Unternehmer mit mehreren Top-Managern aus der Computerbranche zusammen. Fruux überlegt nun, dauerhaft ein Team im Silicon Valley zu installieren.

Freitag, 17.05.2013, 14:05 Uhr

Wenn es einen Sehnsuchtsort für einen deutschen Technologie-Unternehmer gibt, dann ist das vermutlich das kalifornische Silicon Valley – die Heimat von Apple , Facebook, Microsoft und zahllosen weiteren Computer- und Internet-Firmen. Dominik Tobschall , Gründer der an der münsterischen Königsstraße ansässigen fruux GmbH, ist gerade aus dem Silicon Valley zurückgekehrt. Vier Wochen lang traf er hier unter anderem mit Managern von Adobe, Oracle, Mozilla und Dropbox zusammen.

Mehr als 100 deutsche Unternehmer hatten sich für das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Programm „German Silicon Valley Accelerator“ samt Reise ins Herz der Computerwelt beworben – Tobschall gehörte am Ende zu jenen, die das große Los zogen. „Bei den Gesprächen mit den amerikanischen Experten ging es vor allem um die Frage, wie man ein Produkt effektiv vermarktet“, berichtet der 31-jährige Rechtsanwalt, der heute als IT-Unternehmer arbeitet und damit nach eigenen Angaben sein Hobby zum Beruf gemacht hat.

Schon als Kind programmiert

Bereits als Kind schrieb Tobschall Computer-Programme, als Schüler hatte er dann einen Vollzeit-Job als Angestellter bei Technologie-Unternehmen. 2010 gründete er seine eigene Firma, die fruux GmbH. Sie hat heute fünf Mitarbeiter.

Schon nach kurzer Zeit stiegen mit dem Bonner Hightech-Gründerfonds sowie der Kölner „netSTART Venture“ und deren Geschäftsführer Prof. Tobias Kollmann zwei Investoren ein. Kollmann sei als E-Business-Pionier regelmäßig dabei, wenn sich Wirtschaftsminister Philipp Rösler für die Belange von Start-ups in Deutschland engagiere. Der Investor unterstütze auch das münsterische Team, „wo er kann“.

„iCloud für jedermann“

Zurück zu fruux. Das Produkt, das die Investoren angelockt hat, wird von der Fachpresse als „iCloud für jedermann“ bezeichnet. Es ermöglicht die Synchronisation von Adressbüchern und Kalenderdaten nicht nur zwischen Computern, Tablets und Smartphones, die ausschließlich von Windows oder Apple hergestellt wurden – sondern hersteller- und systemübergreifend.

Kaum zu glauben: „So etwas hat es bislang noch nicht gegeben. Anbieter ziehen es stattdessen regelmäßig vor, ihre Nutzer in das eigene System einzusperren“, sagt Tobschall. Der Erfolg der Idee bestätigt diese Einschätzung: „Mittlerweile verwalten wir zig Millionen Kontakt- und Kalenderdaten für unsere Nutzer.“

Bereits im Juni wird Tobschall im Rahmen des vom Wirtschaftsministerium geförderten Programms erneut ins Silicon Valley fahren. „Es macht einfach Sinn, dort Leute kennen zu lernen und Kontakte zu knüpfen“, betont der 31-Jährige. Mittelfristig kann er es sich sogar gut vorstellen, ein eigenes fruux-Team in Kalifornien zu installieren. Dauerhaft will er jedoch nicht ins Valley ziehen. „Wir bleiben in Münster, wollen von hier aus ein gutes Produkt machen und immer mehr Menschen erreichen.“

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