Schlagerstar Mickie Krause dirigiert Schüler im Genokolleg
Schatzi und die nackten Friseusen

Münster -

Um den Schülern eine neue Sicht auf verschiedene Aspekte des Berufsalltags sowie Einblicke in Lebenswege und Lebensperspektiven zu geben, lädt das Genokolleg regelmäßig Personen aus Wirtschaft, Politik und des sonstigen öffentlichen Lebens ein. Jetzt war Schlagerstar Mickie Krause in der privaten genossenschaftlichen Berufsschule zu Gast.

Freitag, 17.05.2013, 20:05 Uhr

Schlagerstar Mickie Krause dirigierte die Schüler zu seinem „Sie hatte nur noch Schuhe an“ und stellte danach lachend fest: „So schlecht habe ich das noch nie gehört.“
Schlagerstar Mickie Krause dirigierte die Schüler zu seinem „Sie hatte nur noch Schuhe an“ und stellte danach lachend fest: „So schlecht habe ich das noch nie gehört.“ Foto: uwa

Die „zehn nackten Friseusen“ kennen sie an der privaten Berufsschule alle. Und den Sänger hat mindestens ein Drittel der angehenden Kaufleute des Genokollegs an der Wiener Straße schon einmal live gesehen. Mickie Krause ist gewissermaßen sogar einer von ihnen, hat in Burgsteinfurt selbst ganz klassisch eine Ausbildung absolviert.

„Ich bin gelernter Jugend- und Heimerzieher“, berichtet der 42-Jährige, der seit 1998 regelmäßig in den Partytempeln Mallorcas und im deutschsprachigen Raum auftritt. Und mit dem Zusatz „Von daher ist meine Zielgruppe geblieben“, nimmt er den 120 Schülern am Donnerstagabend gleich die letzte Scheu. 60 Minuten lang steht der Sänger ihnen Rede und Antwort und danach weitere 45 für Fotos und Autogramme bereit. Am Ende dirigiert er seinen Hit „Sie hatte nur noch Schuhe an.“ Er verstand es schon in jungen Pfadfinderjahren, Leute als Musiker und Sänger zu unterhalten, sagt er. Deshalb beschloss er nach Ausbildungsende 1998: „Jetzt machst du dich selbstständig.“

Auf Costa Cordalis’ „Anita“ reimte er „Ich traf sie irgendwann allein am Ballermann“. Das verschaffte ihm gleich im ersten Jahr ein Dauerabo im Riu Palace an der Playa de Palma. „1999 kamen dann schon die ,Zehn nackten Friseusen’, der Rest ist Geschichte“, schildert Krause.

Woher kommen solche „grandiosen Titel“, fragt ein Schüler. „Ein guter Freund ist professioneller Comedyschreiber und hat ein Händchen dafür.“ Und warum setzte er auf Partymusik? „Es war cool, zu sehen, mit wie wenig Aufwand man die Leute begeistern kann“, räumt er freimütig ein.

Aber: „Es ist ein wirklich harter Job.“ Präsent sein sei wichtig. Bis zu 250 Mal im Jahr tritt Krause auf. „Ich kenne jede Gießkanne in Deutschland.“ Er selbst höre übrigens lieber Coldplay und U2 („schon acht Mal live gesehen“).

Freunde in der Musikszene sind Jürgen Drews („was der mit 68 noch auf der Bühne bringt . . .“) und Schäfer Heinrich („aber der ist so geizig“). Sein Sport ist Marathonlauf („3:15 Stunden, mein Ziel sind 3:10“).

Vor Neidern schützt ihn seine Bodenständigkeit. In seinem Heimatdorf Wettringen („Ich bin nicht 24 Stunden am Tag Mickie Krause“) ist er Mitglied im Schützenverein. Dort hörte er das aus Holland stammende „ Schatzi , schenk mir ein Foto“. „Das Lied hat mir den Arsch gerettet“, schildert Krause drastisch, habe er doch in seiner musikalischen Entwicklung zu stagnieren gedroht. „Mit ,Schatzi’ bin ich auf einmal familienkompatibel.“

Der Beweis: „Seit Mittwoch habe ich die Zusage für ,Wetten, dass...’ am 8. Juni in Palma.“ Was ihn nicht daran hindern werde, noch vor Mitternacht zurück nach Münster zu düsen. Denn bereits um 0.30 Uhr steht er schon wieder im Festzelt bei der 650-Jahr-Feier seines Dorfs auf der Bühne.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1665791?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F1753750%2F1753751%2F
Öffnungszeiten in Enschede bereiten deutschen Nachbarn Bauchschmerzen
Verkaufsoffene Sonntage sind in den Niederlanden nicht generell vorgesehen. Die Kommunen entscheiden darüber selbst., die Mitarbeiter der Geschäfts sind wiederum berechtigt, die Arbeit am Sonntag abzulehnen,
Nachrichten-Ticker