Tobias Rehberger stellt sein Projekt vor
Bahnhofsviertel lockt mit Kunst am Schaltkasten

Münster -

Noch fristen elf Schaltkästen im Bahnhofsviertel ein trauriges Schattendasein – an zugigen Ecken, unter Bäumen, auf Verkehrsinseln. In ein paar Monaten hingegen werden sie die schönsten Schaltkästen Deutschlands, womöglich der ganzen Welt sein.

Mittwoch, 15.05.2013, 19:06 Uhr aktualisiert: 15.05.2013, 20:27 Uhr
Tobias Rehberger stellt sein Projekt vor : Bahnhofsviertel lockt mit Kunst am Schaltkasten
Tobias Rehberger - Der renomierte Künstler gestaltet die Ampel-Schaltschränke im Bahnhofsarealneu nach seiner künstlerischen Interprätentaion neu. Foto: Matthias Ahlke
Tobias Rehberger

Tobias Rehberger (geboren 1966 in Esslingen) ist einer der renommiertesten deutschen Künstler. Die von ihm gestaltete Bar auf dem Dach des Hörsaalgebäudes am Schlossplatz war einer der Höhepunkte der Skulptur-Projekte 1997. In den folgenden Jahren nahm er unter anderem an den Biennalen in Berlin und Venedig teil. 2009 wurde er mit dem Goldenen Löwen der 53. Biennale in Venedig ausgezeichnet. Rehberger lebt heute in Frankfurt am Main und Berlin.

  • Am 25. und 26. Mai von 12 bis 16 Uhr können Rehbergers Modelle in einem ausgeschilderten Ladenlokal an der Bahnhofstraße 5 besichtigt werden.
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Tobias Rehberger , einer der renommiertesten deutschen Künstler, wird sie mit Hilfe poppig-bunter Röhren in verspielte Sitzobjekte verwandeln. Die Modelle für die elf Schaltkästen stellte er am Dienstag persönlich in Münster vor, die Umsetzung seiner Ideen soll in Kürze beginnen und Mitte 2014 abgeschlossen sein. „The moon in Alabama “ nennt er sein Projekt, „der Mond in Alabama“: „Die Schaltkästen sollen zu einem pseudo-romantischen Ort werden, an dem man sich auch bei Vollmond gerne aufhält“, sagt der Künstler.

Künstler gestaltet Schaltkästen im Bahnhofsviertel

Damit man diese Romantik auch bei bedecktem Himmel genießen kann, thront über jedem Schaltkasten künftig eine Kugel, die dann leuchtet, wenn auch der echte Mond strahlt. Derweil sollen die Röhren, die sich um die Schaltkästen winden, zeigen, welche sonst unsichtbaren Vernetzungen sich tief unter den Kästen befinden. Mindestens zehn Jahre werden die Kunst-Kästen das Bahnhofsviertel verschönern. Die Kosten für das Projekt liegen bei rund 500 000 Euro, den Löwenanteil trägt neben dem Land die Immobilien- und Standortgemeinschaft Bahnhofsviertel (ISG).

Schaltkästen-Projekt im Bahnhofsviertel

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Für deren Vorsitzenden Peter Cremer ist das Vorhaben auch ein Projekt zur Werterhaltung der Immobilien und zur Förderung des Einzelhandels am Bahnhof. Dass es mit Hilfe des Skulptur-Projekte-Erfinders Kasper König gelang, einen Star wie Rehberger zu gewinnen, sei „ein Glücksfall“. Nach Einschätzung von Gail Kirkpatrick, Kuratorin des Projekts und Leiterin der Kunsthalle Münster, bekommt der öffentliche Raum dank „Moon in Alabama“ einen neuen Erlebnischarakter. Derweil ist Bernadette Spinnen, Leiterin von Münster-Marketing, davon überzeugt, dass das Vorhaben Münster national und international ins Gespräch bringen wird – und zudem die Auseinandersetzung über Kunst im öffentlichen Raum in Münster neu belebt.

Im September werden die ersten Stromkästen umgestaltet sein, ihre bunten Rohre fertigt eine münsterische Firma unter Anleitung Rehbergers. Damit die Mitarbeiter von Telekom, Stadt und Stadtwerken auch nach deren Installation an die Schaltkästen gelangen, sind die Röhren zum Teil beweglich. In den kommenden zehn Jahren sollen dann Paten Sorge tragen, dass man den Kasten-Kunstwerken nicht allzu sehr den harten Alltag vor dem Hauptbahnhof ansieht. 

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