200 junge und ältere Eishallenfans zogen durch die Innenstadt
Demonstranten kämpfen für den Erhalt der Eishalle

Münster - Beim Thema Eis dachten viele Münsteraner und Touristen am 26 Grad warmen Samstag nur an die kühle Erfrischung aus der Eisdiele. Jäh wurden sie aus ihrer relaxten Sommerlaune gerissen. Mit einem gellenden Pfeifkonzert, Sprechgesängen und zahlreichen Transparenten mit Aufdrucken wie „Rettet die Eishalle Münster“ zogen am Samstag rund 200 Demonstranten friedlich, aber laut durch die Innenstadt von Münster.

Sonntag, 09.06.2013, 12:06 Uhr

200 junge und ältere Eishallenfans zogen durch die Innenstadt : Demonstranten kämpfen für den Erhalt der Eishalle
Protest quer durch alle Generationen: Die Demonstranten, darunter viele Familien mit Kindern und Eishockeysportler, kämpfen darum, die Eissporthalle Münster als „attraktive Freizeit- und Sportaktivität, sowie ein Stück Lebensqualität“zu erhalten. Foto: Peter Sauer

So eine große Beteiligung freute Initiator Martin Brodde , der in voller Eishockeymontur der Hitze trotzte. „Mir kamen zwischenzeitlich die Tränen - vor Freude.“ Die angekündigte Übergabe einer Liste von 10000 Unterschriften gegen den Abriss der Eishalle , um dort moderne Studentenwohnungen zu bauen (die WN berichteten) verlegten die Veranstalter auf Mittwoch (12.) um 15.30 Uhr. Oberbürgermeister Markus Lewe hatte am Samstag keine Zeit.

Konrad Josdowitz ist aktiver Eishockeyspieler: „Der Erhalt der Eissporthalle ist auch für den Nachwuchs wichtig. Wir wollen künftig in der Eishalle auch einen Eishockey-Ligabetrieb starten.“ Wie Brodde war er selber Student. Doch die auf dem Gelände der Eissporthalle geplanten Studentenwohnungen böten ihrer Meinung nach keinen günstigen Wohnraum, sondern „hochpreisiges Wohnen“. Das könne man in Münster auch an jeder anderer Stelle errichten. Die Demonstranten wollen die Stadt überzeugen, den Bebauungsplan zu ändern. Brodde erinnerte daran, dass die Eishalle bis 2029 im Grundbuch eingetragen ist. Die Brüder Wim (8) und Max Mühlenmeister (10) demonstrierten mit selbst gemalten Schildern: „Wenn die Eishalle Münster nicht mehr da ist, müssen wir extra nach Rheine oder Osnabrück fahren. Das wird sehr schwierig.“

Eishalle-Demo - (39)

Auch die beiden Freundinnen Friederike Schmidt aus Roxel und Ulrike Metzel aus Gievenbeck zeigten Flagge: „Das Angebot der Eishalle Münster ist klasse, vielfältig für alle Generationen.“ Auch weil man in Münster, im Gegensatz zu vielen anderen Eishallen, als Läufer oder Laie ganz ohne Vereinszugehörigkeit an einem Training teilnehmen kann. „Wir sind hundertprozentig zuversichtlich, die Eishalle retten zu können“, bilanzierte Martin Brodde am Ende der Demo. Schließlich will er zur Wintersaison erstmalig mit seinem dreijährigen Sohn Moritz aufs Eis. „Nachdem wir schon mit anderen Ratsparteien gesprochen haben, führen wir Mitte nächster Woche Gespräche mit der SPD und der FDP.“ Aus zuverlässiger Quelle weiß Brodde, dass die Eishalle noch nicht verkauft ist. „Sie kann mit dem jetzigen Betreiber oder einem anderen Betreiber weitergeführt werden.“ Wie als Motivator bei einem siegreichen Eishockeyspiel klatschte der Biochemiker am Ende der Demo jeden Teilnehmer einzeln ab. Kraftvoll mit einem optimistischen Lächeln.

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