Blitzmarathon
Automobil-Club poltert gegen Polizei-Aktion

Münster -

An der Verkehrssicherheit ist beiden Seiten gelegen: Doch über den richtigen Weg dahin streiten nach dem jüngsten Blitzmarathon Automobil-Club Münster und die Polizei.

Freitag, 07.06.2013, 21:06 Uhr

Der vierte Blitzmarathon bietet dem Automobil-Club Münster Anlass zur Skepsis.
Der vierte Blitzmarathon bietet dem Automobil-Club Münster Anlass zur Skepsis. Foto: Alfred Riese

Nach dem nunmehr vierten Blitzmarathon, den die Polizei in dieser Woche durchgeführt hat, äußert der Automobil-Club (AC) Münster deutliche Skepsis an der Sinnhaftigkeit dieser Aktion. Die Polizei weist diese Kritik entschieden zurück.

Aus Sicht des AC-Verkehrsreferenten Hermann Frisch verursacht nicht die Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit allein Unfälle: Hauptübel sei vielmehr die nichtangepasste Geschwindigkeit etwa in Engstellen in der Stadt oder unübersichtlichen Bereichen. „Mit der öffentlichkeitswirksamen und personal-intensiven Jagd auf Raser“ sieht Frisch die Polizei im Abseits. Vielmehr sollten Beamte an das Verantwortungsgefühl der Fahrer appellieren, meint Frisch.

Sein Vorschlag: „Wenn mit gleichem Personalaufwand Autofahrer an Unfallschwerpunkten über die Gefährlichkeit einer nicht angepassten Geschwindigkeit oder über die Wichtigkeit einer sorgfältigen Verkehrsraumbeobachtung beim Abbiegen beraten würden, hätte das sicher einen größeren verkehrspädagogischen Effekt als der Griff in die Geldbörse der Autofahrer.“

Der Chef der Verkehrspolizei, Udo Weiss, bezeichnet den Einwand des Automobil-Clubs als „reine Polemik, weil man glaubt, man müsste eine bestimmte Klientel bedienen“. Der Polizeidirektor sieht den Blitzmarathon im Verbund mit rund 400 Präventionsmaßnahmen pro Jahr sowie Schwerpunktaktionen als wirkungsvolles Mittel. „Zu hohe Geschwindigkeit bleibt Unfallursache Nummer eins.“

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