Bürgerinitiative übergibt Tausende Unterschriften
Viele Namen sollen das Eis brechen

Münster -

Die Bürgerinitiative „Rettet die Eishalle Münster“ hat ein Paket mit 10 310 Unterschriften an Oberbürgermeister Lewe übergeben. Sie will damit einen Abriss und eine Änderung des Flächennutzungsplan verhindern. Ein Investor möchte auf dem Areal 500 Studentenwohnungen errichten.

Donnerstag, 13.06.2013, 09:06 Uhr

Die Bürgerinitiative „Rettet die Eishalle“ um Dr. Martin Brodde (Mitte), Ivelina Frantsova, Luisa Papendorf (r.) und Dominik Herbst (l.) übergab über 10 000 Unterschriften an Oberbürgermeister Markus Lewe.
Die Bürgerinitiative „Rettet die Eishalle“ um Dr. Martin Brodde (Mitte), Ivelina Frantsova, Luisa Papendorf (r.) und Dominik Herbst (l.) übergab über 10 000 Unterschriften an Oberbürgermeister Markus Lewe. Foto: Oliver Werner

Dr. Martin Brodde hat es seinen beiden Söhnen versprochen, „dass sie in Münster auch in Zukunft Schlittschuh laufen und Eishockey spielen können“. Die Bürgerinitiative „Rettet die Eishalle “, die am vergangenen Samstag einen Protestmarsch gegen einen Abriss durch die Innenstadt organisiert hatte, überreichte am Mittwochnachmittag ein dickes Unterschriftenpaket an Oberbürgermeister Markus Lewe . Die 10 310 Namen sollen das Eis brechen. „Unser Ziel ist es, dass die Politiker den Bebauungsplan nicht ändern. Nur wenn sie es tun, kippt die Eishalle an dieser Stelle“, sagt Brodde, der Sprecher der Bürgerinitiative ist und nach eigenen Worten inzwischen mit vielen Ratsfraktionen gesprochen hat.

Das Unternehmen „Leoland“ möchte auf dem 14 000 Quadratmeter großen Areal an der Steinfurter Straße (B 54) bis zu 500 Studentenwohnungen errichten. Der „Burger King“ soll erhalten bleiben, der seit Ende April geschlossene „Eispalast“ abgerissen werden. Im Rat bestätigte die Verwaltung am Abend, dass der jetzige Betreiber die Halle nicht wieder eröffnen werde.

Für das millionenschwere „Leoland“-Vorhaben, für das noch kein Antrag vorliegt, müsste der Flächennutzungsplan geändert und ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden, erklärt Planungsamtsleiter Schowe. Bis zu zwei Jahre würden dafür ins Land gehen, sollte sich der Rat dafür aussprechen.

Die Bürgerinitiative will es so weit nicht kommen lassen. Brodde überraschte den OB mit der Ankündigung, einen möglichen Betreiber für die Eissporthalle an der Hand zu haben. „Es gibt zwei Münsteraner, die sich mit den Zahlen auskennen und das für ein lukratives Geschäft halten“, bestätigte Brodde den WN. Eine andere Option sei es, dass ein Bürgerverein den bisherigen „Eispalast“ betreibe. Auch dafür gebe es Interessenten.

Lewe bedankte sich für das Engagement der Bürgerinitiative. „Unsere Handlungsmöglichkeiten sind allerdings extrem eingeschränkt“, erinnerte er daran, dass eine Schließung letztendlich eine privatwirtschaftliche Entscheidung sei. Er räumte ein, dass die Eishalle ein Stück münsterische Geschichte sei. „Die Eigentümer nehmen ihr Engagement hoffentlich wahr.“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1715076?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F1753750%2F1817899%2F
Nachrichten-Ticker