CDU und SPD stimmen für Finanzformel
Theater Münster befindet sich in sicherem Fahrwasser

Münster -

Nach kontroverser und zum Schluss auch phonstarker Debatte setzten CDU und SPD mit klarer Mehrheit die sechste Finanzformel für das Theater Münster durch. Laufzeit: vier Jahre. Eckpunkte: Die Tarifsteigerungen werden übernommen. Außerdem wird die Stadt Jahr für Jahr ihren Sachkostenzuschuss um 1,5 Prozent erhöhen.

Mittwoch, 12.06.2013, 14:06 Uhr

Die sechste Finanzformel für das Stadttheater wurde im Kulturausschuss beschlossen.
Die sechste Finanzformel für das Stadttheater wurde im Kulturausschuss beschlossen. Foto: Stadt Münster

„Damit kann ich gut leben!“ Münsters Generalintendant Dr. Ulrich Peters brachte am Dienstagabend im elften Stock des Stadthauses 2 die zufriedene Grundstimmung auf den Punkt. Nach kontroverser und zum Schluss auch phonstarker Debatte setzten CDU und SPD mit klarer Mehrheit die sechste Finanzformel für das Theater Münster durch. Laufzeit: vier Jahre. Eckpunkte: Die Tarifsteigerungen für die Mitarbeiter werden in den nächsten Jahren automatisch von der Stadt übernommen. Außerdem wird die Stadt Jahr für Jahr ihren Sachkostenzuschuss um 1,5 Prozent erhöhen.

Hatte die Stadtverwaltung, unterstützt durch die CDU, ursprünglich eine Laufzeit von fünf Jahren für die Finanzformel im Sinn und einen Sachkostensteigerungsbeitrag von zwei Prozent pro Jahr, so betrieb die SPD kurzfristig eine leichte Zahlenkosmetik. Diese bestand im Kern darin, die Laufzeit der sechsten Finanzformel um ein Jahr zu verkürzen und den anfallenden Sachkostensteigerungen nicht mit jährlich zwei, sondern anderthalb Prozent Zuschusssteigerung zu begegnen. Gleichzeitig wurde das Theater aufgefordert, durch Eintrittspreiserhöhungen die Einnahmenseite zu verbessern.

Mit dieser leichten Abwandlung konnten sich die CDU-Vertreter in beiden Ausschüssen anfreunden, so dass die Mehrheit für den SPD-Antrag gesichert war. Die Zustimmung in der heute anstehenden Ratssitzung gilt nur noch als Formsache.

In Zahlen ausgedrückt, sieht die sechste Finanzformel dann so aus: Die Stadt Münster wird ihren jährlichen Zuschuss von derzeit rund 19,8 Millionen Euro an das Theater bis zur Saison 2017/18 auf rund 21,8 Millionen Euro erhöhen.

Obwohl es sich dabei im Grunde nur um einen Ausgleich für einzuplanende Tarif- und Kostensteigerungen handelt, ging es gestern in der Debatte hoch her. Die Grünen protestierten, hier werde mal eben über 100 Millionen Euro und gegen die berechtigten Ansprüche der freien Kulturszene entschieden – aus der übrigens schon 20 Anträge auf Zuschusserhöhung vorliegen. Die FDP schlug vor, die Verhandlungen generell immer in die Haushaltsdebatten einzubetten und Jahr für Jahr den Kostenrahmen des Theaters neu festzulegen.

Dem stand der Wunsch von CDU und SPD gegenüber, die ausdrücklich gewürdigte Arbeit des Theaters durch einen verlässlichen Zuschussrahmen zu sichern.

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