Debatte an der Karl-Wagenfeld-Schule
Zoo-Verein verteidigt Professor Landois als würdigen Namensgeber

Münster -

In die Diskussion, ob die Karl-Wagenfeld-Schule nach Professor Hermann Landois benannt werden soll, hat sich nun auch der Zoo-Verein eingeschaltet. Nach Einschätzung von Michael Sinder, Archivar des Vereins, könne dem Zoo-Gründer nach heutiger Quellenlage kein Rassismus unterstellt werden.

Sonntag, 02.06.2013, 10:06 Uhr

In die Diskussion, ob die Karl-Wagenfeld-Schule nach Professor Hermann Landois benannt werden soll, hat sich nun auch der Zoo-Verein eingeschaltet.
In die Diskussion, ob die Karl-Wagenfeld-Schule nach Professor Hermann Landois benannt werden soll, hat sich nun auch der Zoo-Verein eingeschaltet. Foto: Oliver Werner

In die Diskussion, ob die Karl-Wagenfeld-Schule nach Professor Hermann Landois benannt werden soll, hat sich nun auch der Zoo-Verein eingeschaltet. Nach Einschätzung von Michael Sinder , Archivar des Vereins, kann dem Zoo-Gründer „nach heutiger Quellenlage“ kein Rassismus unterstellt werden.

Es sei „unzweifelhaft“, dass die zu Lebzeiten von Landois veranstalteten „ Völkerschauen “, bei denen im Zoo Menschen aus exotischen Ländern präsentiert wurden, aus heutiger Sicht „zutiefst befremdlich, ja menschenverachtend“ wirken. Auf der anderen Seite habe Landois damals selbst sein „Unbehagen“ über solche Völkerschauen geäußert. Insgesamt zehn solcher Veranstaltungen fanden zu dessen Lebzeiten statt.

„Münsters Zoo-Gründer unterlag vielleicht zeitgenössischen Fehleinschätzungen“, so Sinder. Den Aspekt der Völkerschauen herauszugreifen, ohne den zeitlichen Kontext nach heutigen Maßstäben zu beurteilen, ist nach Einschätzung des Zoo-Vereins „nicht gerecht“.

Landois habe sich um die Einrichtung und den Aufbau des münsterischen Zoos so verdient gemacht, dass dies auch heute noch „aller Ehren wert ist“, unterstreicht der Zoo-Verein.

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