Freie Szene contra Theater
Freie Szene fühlt sich von Theater-Chef beleidigt

Münster -

Die Entscheidung über die „6. Finanzformel“ fürs Theater, die einen Ausgleich der Tariferhöhungen vorsieht, hat zu Befürchtungen in der freien Theater-Szene geführt, ihre Existenz könnte gefährdet sein. Jetzt Sorgen Äußerungen des Generalintendanten Dr. Ulrich Peters für Zündstoff.

Mittwoch, 12.06.2013, 20:06 Uhr

 Generalintendant Ulrich Peters eckt mit seinen Aussagen zur Freien Szene an. So findet etwa der Geschäftsführer des Pumpenhauses Peters‘ Äußerungen„arrogant und verletzend“.
 Generalintendant Ulrich Peters eckt mit seinen Aussagen zur Freien Szene an. So findet etwa der Geschäftsführer des Pumpenhauses Peters‘ Äußerungen„arrogant und verletzend“. Foto: Wilfried Gerharz

Kulturdebatte Teil zwei: Nachdem der Finanz- und Kulturausschuss in einer gemeinsamen Sitzung am Dienstag die neue Finanzformel für das Theater Münster abgesegnet hat, folgte am Mittwochabend auch der Rat. Die wichtigste Änderung: Tarifsteigerungen für die Theaterbediensteten werden künftig automatisch geschultert, was konkret bedeutet, dass das Theater bis 2018 Anspruch auf einen kontinuierlich steigenden Zuschuss aus der Stadtkasse hat.

Angesichts der sehr engen Spielräume im Kulturetat befürchtet die freie Kulturszene, der Leidtagende zu sein. Entsprechend heftig war der Streit in den vergangenen Tagen. Im Mittelpunkt stand dabei der GAL-Fraktionschef Hery Klas.

„Hery Klas versucht, einen Keil zwischen uns und die Freie Szene zu treiben; das finde ich nicht gut.“ Generalintendant Ulrich Peters sieht sich mit Irritationen aus der Freien Szene konfrontiert, nachdem er öffentlich über die Qualität solcher Produktionen nachgedacht hat.

„Bestürzt“ hingegen zeigt sich Ludger Schnieder , Geschäftsführer des Pumpenhauses, in einem offenen Brief über Peters´ Äußerungen. Das Pumpenhaus ist die wichtigste Spielstätte der Freien Szene. Die Haltung des Generalintendanten sei „arrogant und verletzend“, so Schnieder.

Unterdessen will die Freie Szene nach dem Theater-Beschluss nicht aufgeben. Deren Sprecher Rainer Bode: „Es geht weiter. Jetzt erst recht!“ Es stünden ja 20 Anträge der beteiligten Gruppen auf der Tagesordnung. „Dazu müssen sich die Politiker irgendwie verhalten.“

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