Kinderuni
Alte Skelette erzählen Geschichte

Münster -

Am Freitag (14. Juni) erzählt Ralf Gleser bei der Kinderuni im großen Hörsaal H1, Schlossplatz 46, um 16.15 Uhr von seinen Ausgrabungen an den 5000 Jahre alten Großsteingräbern in der Nähe von Soest.

Dienstag, 11.06.2013, 08:06 Uhr

Prof. Ralf Gleser berichtet bei der Kinderuni von seinen Ausgrabungen von Gräbern aus der Jungsteinzeit.
Prof. Ralf Gleser berichtet bei der Kinderuni von seinen Ausgrabungen von Gräbern aus der Jungsteinzeit. Foto: kv

Ralf Gleser arbeitet, wie viele Professoren, oft an seinem Schreibtisch. Mehrere Monate im Jahr wechselt er aber die Stellung. Dann liegt Ralf Gleser in der Soester Börde , etwa 80 Kilometer entfernt von Münster , bäuchlings auf einer Art Gerüst und schabt unter sich vorsichtig Erdkrumen beiseite. Gleser, Professor an der Universität Münster erforscht die Ur- und Frühgeschichte – und wer das tut, muss als Archäologe nach Zeugnissen längst vergangener Zeiten graben.

Vor 5000 Jahren ging in Westfalen gerade die Steinzeit zu Ende. Die Menschen besaßen schon Gerätschaften und Schmuck aus Kupfer. Das haben Ralf Gleser, seine Studenten und Mitarbeiter bei den Grabungen herausgefunden.

Die Gräber, in denen viele Tote aus einer Siedlung nach und nach – je nachdem wann jemand starb – bestattet wurden, liegen direkt unter der Erde und wurden vor etwa 100 Jahren von Bauern bei der Feldarbeit entdeckt.

Im wesentlichen die Knochen der damaligen Menschen erzählen die Geschichte, die die Archäologen buchstäblich wie winzige Puzzleteile zusammenfügen. Die Zähne der Skelette lassen darauf schließen, was die Menschen damals dort gegessen haben und wie alt sie waren. Am Skelett ist auch häufig zu erkennen, unter welchen Krankheiten und Verletzungen sie litten.

Auch wenn das Graben körperlich anstrengend und mühselig ist, „es ist eine wahnsinnig spannende Arbeit“, sagt Prof. Gleser. Seit vier Jahren legen die Forscher der Universität Münster die Gräber frei – im kommenden Jahr wollen sie in der Soester Börde mit ihrer Arbeit fertig sein. Dann wollen die Wissenschaftler alle Funde ausgegraben und ausgewertet haben.

Die Kindervorlesungen sind geeignet für Mädchen und Jungen ab etwa acht Jahren. Der Besuch ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich. 

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1711127?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F1753750%2F1817899%2F
Nachrichten-Ticker