Kita auf schwieriger Wohnungssuche
Rappelkiste muss ausziehen

Münster -

27 Jahre arbeitet die freie Kita Rappelkiste in einer Wohnung im Erdgeschoss eines Wohnhauses an der Papenburger Straße im Hansaviertel. Nun wurde der Mietvertrag nicht mehr verlängert, Ende des Jahres müssen die Kinder und ihre Betreuer ausziehen. Ersatz zu finden ist sehr schwierig.

Donnerstag, 13.06.2013, 11:06 Uhr

Mittagessen in der Rappelkiste an der Papenburger Straße:  Der Mietvertrag der privaten Kita wurde nicht verlängert. Ende des Jahres müssen Kinder und Erzieher ausziehen.
Mittagessen in der Rappelkiste an der Papenburger Straße:  Der Mietvertrag der privaten Kita wurde nicht verlängert. Ende des Jahres müssen Kinder und Erzieher ausziehen. Foto: Oliver Werner

Papenburger Straße 14, Erdgeschoss: Jeden Morgen stürmen hier 18 zwei- bis sechsjährige Knirpse die großzügige Fünfzimmer-Wohnung, um den ganzen Tag dort zu spielen. Seit 27 Jahren residiert hier die Elterninitiative „ Rappelkiste “ mit ihrer kleinen Kita . Erst kürzlich wurde für rund 6000 Euro auf eigene Kosten umgebaut.

Ende des Jahres soll Schluss sein. „Unser Mietvertrag wurde nicht verlängert“, sagt Anja Nieländer , Mutter eines Kindes aus der Rappelkiste. Die Elterninitiative sucht seit April fieberhaft nach alternativen Räumen – ohne Erfolg. Jugendamt und Makler wurden eingeschaltet, Investoren angesprochen. „Es ist sehr schwer“, weiß Rainer Firgau , der Leiter der Kita mit insgesamt drei fest angestellten Erziehern und einer Jahrespraktikantin. Die neuen Räume dürfen nicht mehr als zehn Euro Miete pro Quadratmeter kosten, schon jetzt zahlen Eltern für einen Betreuungsplatz mehr als den üblichen in den städtischen Kitas geltenden Tarif.

Weil alle Kinder im Zentrum wohnen, will die Kita nicht an den Stadtrand ziehen, sucht also neue Räume in der Umgebung des jetzigen Standorts. Wenn die „Rappelkiste“ aber an einem, neuen Ort wieder öffnet, benötigt sie nach den gesetzlichen Vorschriften mindestens eine Fläche von 185 Quadratmetern. „So groß ist unsere Wohnung jetzt nicht“, sagt Anja Nieländer, „aber hier genießen wir Bestandsschutz“. Der Hauseigentümer, der den Eltern bisher die Wohnung vermietet hat, wolle nun dort selbst einziehen Er benötige, so Nieländer, aus gesundheitlichen Gründen eine Wohnung im Erdgeschoss.

Nun sieht es düster für die Zukunft der Kita aus. Im August wollte die Initiative die Zahl der Kinder noch aufstocken, 20 Plätze vergeben. „Wir hatten vom Eigentümer schon langfristig die Zusage, hier im Haus eine weitere Wohnung zu übernehmen“. betont Rainer Firgau.

Das Schlimmste was passieren könnte, wäre, wenn die Rappelkiste Ende des Jahres obdachlos würde. Aber auch der Umzug in ein provisorisches Notquartier wollen Eltern und Betreuer vermeiden.

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