Nachprüfungen an Münsters Gymnasien
Abiturienten wollen ihre Noten deutlich mehr als sonst verbessern

Münster -

Die Abiturprüfungen sind für den Doppeljahrgang fast gelaufen: In diesen Tagen lassen sich aber noch viele Schüler freiwillig einmal mehr von den Lehrern auf den Zahn fühlen. Um ihren Schnitt noch minimal zu verbessern, absolvieren an etlichen Schulen deutlich mehr als sonst freiwillig eine weitere mündliche Prüfung.

Mittwoch, 19.06.2013, 07:06 Uhr

Um ihren Notendurchschnitt anzuheben, treten viele Abiturienten in Münster nochmals eine Prüfung an.
Um ihren Notendurchschnitt anzuheben, treten viele Abiturienten in Münster nochmals eine Prüfung an. Foto: kv

Nach zwei Monaten Prüfungszeit sind die rund 3000 münsterischen Abiturienten nun auf der Zielgeraden. In diesen Tagen absolvieren sie ihre letzten mündlichen Prüfungen.

Von denen aber gibt es an einigen Schulen deutlich mehr als in den Vorjahren. Auch proportional, wenn man berechnet, dass in diesem Jahr etwa die doppelte Anzahl von Abgängern die Schulen verlassen, weil zwei Jahrgänge gleichzeitig fertig werden.

»Bei der Bewerbung um einen Studienplatz kann jedes Zehntel entscheidend sein.«

Schulleiterin Gabriele Jansen

Beispiel Ratsgymnasium

Hier gibt es so viele zusätzliche mündliche Prüfungen „wie noch nie“, sagt Schulleiterin Gabriele Jansen . Wer nicht genügend Punkte gesammelt hat und durchzufallen droht, oder wer mehr als vier Punkte von seiner Vorzensur abweicht, muss noch einmal geprüft werden.

Die meisten, nämlich rund ein Viertel der Abiturienten am „Rats“, treten aber freiwillig noch einmal an, um ihren Notenschnitt noch einmal um ein oder maximal zwei Zehntelpunkte zu verbessern. „Bei der Bewerbung um einen Studienplatz kann das entscheidend sein“, sagt Schulleiterin Jansen. Studienplätze sind im Jahr des Doppeljahrgangs bekanntlich noch knapper als sonst. Da gibt es am „Rats“ den Abiturienten, der sich noch einmal in Englisch prüfen lässt, um statt 1,6 eine 1,5 auf dem Abi-Zeugnis stehen zu haben.

Situation an anderen Schulen

Auch am Pascal-Gymnasium kennt der dortige Schuleiter Dietmar Schade solche Schüler. Auch hier gibt es mehr freiwillige Zusatzprüflinge als sonst: 30 von den 205 Abiturienten lassen sich hier noch einmal auf den Zahn fühlen.

Auch die Schulleiter Wilhelm Breitenbach vom Geschwister-Scholl-Gymnasium und Ulrich Gottschalk vom Schiller-Gymnasium bestätigen den Trend. Gottschalk und Breitenbach haben auch festgestellt, dass speziell in den Mathematikprüfungen viele Schüler relativ schlecht abgeschnitten hätten. Ulrich Gottschalk hat dafür noch keine abschließende Erklärung: „Das müssen wir gründlich analysieren.“

An anderen Gymnasien wie dem Paulinum, dem „Stein“ oder dem Hittorf-Gymnasium gibt es nach Angaben der Oberstufenkoordinatoren trotz Doppeljahrgangs keine Besonderheiten. „Wir haben prozentual nicht mehr Nachprüfungen als sonst“, heißt es hier übereinstimmend. Das Abitur im Doppeljahrgang habe auch keine tendenziell schlechteren Noten hervorgebracht.

Dies betonen alle Leiter der stichprobenartig von den WN kontaktierten Gymnasien unisono: Der Jahrgang, der nur ein Jahr weniger Zeit hatte, um den Stoff zu lernen, schnitt nicht schlechter ab als der der älteren Schüler. Was mitunter auch daran liegen kann, dass schwächere Schüler schon zuvor die Stufen verlassen haben, wie Gabriele Jansen vom Rats sagt. Hier traten nur noch gut 30 Abiturienten aus dem G8-Jahrgang überhaupt zur Reifeprüfung an.

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